zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 24. Juni 2016

Vielversprechende Ergebnisse im Tiermodell. Neuer Ansatz für die Behandlung von Lupus

Eine Forschungsgruppe der MedUni Wien hat im Tiermodell einen neuen Ansatzpunkt für eine mögliche  Therapie des Systemischen Lupus Erythematosus (SLE) entdeckt. Die Blockade von Interleukin-6 (IL-6) verhindert dessen Andocken an die Rezeptoren und damit die Entstehung von Entzündungen. Die Arbeit wurde im  Journal „Experimental Dermatology“ publiziert. 

Der  Forschergruppe  um  Prof.   Dr.  Peter  Birner  (MedUni  Wien)  und  Prof. Dr. Lukas Kenner (MedUni Wien,  Veterinärmedizinische   Universität    Wien  und  Ludwig  Boltzmann  Institut  für  Krebsforschung)  sowie  Wissenschaftlern  aus  Graz,  Deutschland   und  Japan  gelang  erstmals  der  experimentelle   Nachweis,   dass   eine    Blockade von IL-6 bei SLE im Tiermodell  einen  signifikanten  Heilungseffekt haben kann. Bereits in einer früheren Publikation  konnte  die  Arbeitsgruppe  um  Kenner   zeigen,  dass  bei  Autoimmunerkrankungen wie SLE die Produktion von Interleukin 6 (IL-6) aus Keratinozyten der  Haut  eine  Schlüsselrolle  bei  der  Entstehung  und  Progression  der  Erkrankung  spielt.  Dafür  wurde  ein  transgenes  Mausmodell  verwendet,  bei  dem   der  AP-1  Transkriptionsfaktor  JunB  in   der  Epidermis  ausgeschalten  war.  Dabei zeigte sich, dass in der Haut die Expression von JunB die Produktion von  IL-6  inhibiert.  Der  Verlust  von  JunB  in   der Haut führte dann zu einer sehr hohen  systemischen  IL-6  Konzentration,   was  zu  einem  SLE-ähnlichen  Krankheitsbild führt.  

Zweck der vorliegenden Nachfolgearbeit war, mit neuen Arzneimitteln die  Bindung von IL-6 an den Rezeptor (IL- 6R  alpha)  zu  blockieren.  W ährend  bei   rheumatischer  Arthritis  bereits  Daten   für  den  positiven  Effekt  von  einer  IL-6   Blockade vorliegen, gab es bisher noch  keine  Daten  über  diese  Therapien  bei   SLE.  Zumindest  im  Tiermodell  ist  das   nun  gelungen.  Die  behandelten  Mäuse zeigten einen deutlich Rückgang der  Hautläsionen bis hin zu deren kompletter Remission.

Erstautor   Birner:   „Die   Blockade    von  IL-6R  alpha  könnte  eine  neuartige  und  nebenwirkungsarme  Therapieoption  für  SLE-PatientInnen  mit   primärem  Befall  der  Haut  darstellen.   Das  w äre  ein  großer  Fortschritt  bei   der  Therapie  dieser  schweren  chronischen Erkrankung.“ Kenner fügt hinzu:  „Es ist zu hoffen, dass auch beim Menschen eine deutliche Verbesserung der  Symptome  sowie  eine  wesentliche   Lebensverlä ngerung  durch  das  Hinauszögern  invasiver  Eingriffe  erreicht   werden kann.“    

Quelle: Pressemittei- lung der Medizinischen Universität  Wien

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben