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Innere Medizin 24. Juni 2016

Sonografie. Kein Sport vor dem Rheuma-Ultraschall

Wer sich bei Verdacht auf entzündliches Rheuma einem Gelenkultraschall unterzieht, sollte vorher auf Sport  verzichten. Denn körperliche Anstrengung am Vortag kann die Diagnose von Gelenkrheuma erschweren.  

Ultraschalluntersuchungen spielen sowohl bei der Diagnostik als auch  bei  der  Behandlung  der  Rheumatoiden  Arthritis  eine  entscheidende  Rolle  [ 1 ]:  Sie  ermöglichen  es,  frühzeitig   entzündliche  Prozesse  aufzudecken,   und  sie  geben  Hinweise  darauf,  welche Therapie die richtige ist. „Um Unsicherheiten  auszuschließen,  sollte  man   vor  einem  Gelenkultraschall  ein  paar   Ruhetage einlegen“, so Prof. Dr. Marina  Backhaus, Chefärztin der Abteilung Innere Medizin – Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Park-Klinik  Weißensee  in  Berlin.  Die  Expertin  der   DEGUM  (Deutsche  Gesellschaft  für  Ultraschall  in  der  Medizin)  verweist  auf   eine  Studie  aus  Spanien:  Die  Wissenschaftler hatten bei Probanden, die sich  am Vortag körperlich betä tigten, deutlich häufiger Hinweise auf eine Gelenkinnenhautentzündung  registriert  als   bei Kontrollpersonen. „Eine solche Synovitis kann Folge einer rheumatischen  Erkrankung  sein,  muss  es  aber  nicht“,   erklärt Backhaus. Manchmal sei die Ursache – wie bei einer Sehnenscheiden- entzündung  –  nur  eine  Überanstrengung oder Überreizung, so die Expertin.  Ultraschalluntersuchungen  eignen   sich sehr gut zur Frühdiagnostik rheumatischer   Erkrankungen.   Auf   dem    Bildschirm  lassen  sich  selbst  kleinste   Defekte  in  Knorpel  und  Knochen  der   Hand-  und  Fingergelenke  erkennen.   Erfahrene  Untersucher  können  dem   Ultraschallbild   zudem   zuverlässige    Hinweise auf entzündliche Aktivitä ten  entnehmen.  Das  ist  vor  allem  bei  Patienten mit einer bereits diagnostizierten RA wichtig. „Nicht immer schätzen  die  Patienten  die  Krankheitsaktivität   richtig ein“, erläutert Backhaus.  

Neben  dem  gewöhnlichen  B-Mode   Ultraschall setzen Rheumatologen und  Orthopäden  dabei  auch  den  Doppler-Ultraschall  ein.  Mit  dieser  Methode   können  die  Ärzte  vermehrte  Gefäßbildungen in der Gelenkschleimhaut nachweisen und so einen sich anbahnenden  rheumatischen Schub vorhersagen.  Insbesondere  bei  Patienten,  bei  denen  Beschwerden  wie  Morgensteifigkeit,  Müdigkeit  oder  Schmerzen  dauerhaft oder vorübergehend abgeschw ächt  sind,  kann  dies  wertvolle  Erkenntnisse   liefern.  „Die  Ergebnisse  haben  mitunter   großen Einfluss auf die Wahl der Therapie“, erklärt Backhaus. Die Expertin weiter: „Für die Sonografie sind Qualifikation und Erfahrung des Untersuchers von  entscheidender Bedeutung.“  

Literatur   

1.  Ohrndorf S, Backhaus M (2015) Gelenk-Ultraschall bei rheumatoider Arthritis. Dtsch  Med Wochenschr 140:1223–1226. doi:10.10 55/s-0041-103783 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen  Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin  (DEGUM)

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