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Innere Medizin 3. März 2016

Genomweite Assoziationsstudien zu Adipositas und was wir daraus lernen

Die Einführung genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) führte zu einem sprunghaften Anstieg der Anzahl von Genen, die mit Adipositas und zusammenhängenden Phänotypen wie Body-Mass-Index, Taillenumfang und Taille-Hüft-Quotient assoziiert sind. Dabei ist die Suche nach Genen, die für Übergewicht prädisponieren erst am Anfang, denn der Großteil des geschätzten vererbbaren Anteils von Übergewicht ist noch ungeklärt. Jedes einzelne der 97 bisher bekannten Gene für Body-Mass-Index und 49 Gene für Taille-Hüft-Quotient erklärt nur einen sehr kleinen Anteil der Varianz dieser Phänotypen. Geschlechtsspezifische Unterschiede kennen wir hauptsächlich nur für den Phänotyp Taille-Hüft-Quotient und ca. zwei Fünftel der dafür bekannten Genvarianten weist vor allem bei Frauen einen Effekt auf und keinen oder einen deutlich geringeren Effekt bei Männern. Die funktionelle Charakterisierung dieser Gene wird lange Zeit in Anspruch nehmen. Ob und wie schnell sich aus den Ergebnissen therapeutische Konsequenzen ergeben, lässt sich schwer abschätzen. Das Verständnis involvierter Regelkreise ist aber unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapien.

Summary

The introduction of genome-wide association studies resulted in a tremendous increase in the number of genes associated with obesity and related phenotypes (BMI, waist and waist-hip-ratio). Despite this enormous gain in knowledge the search for genes is only started since only a small fraction of the heritability of these phenotypes is explained yet: each single gene of the 97 hitherto known BMI-associated genes and 49 waist-hip-ratio-associated genes explains only a tiny fraction of the variance of these phenotypes. Sex-specific differences are mainly known for waist-hip-ratio and ̴40 % of the genes showed only an effect in women but no or a markedly smaller effect in men. The functional characterization of the identified genes will take a lot of time. It is unclear whether and how fast the findings will result in therapeutic consequences. It is of utmost importance that we understand the involved mechanisms before new therapeutic strategies can be developed.

Univ.-Prof. Dr. Florian Kronenberg, Bernhard Paulweber, Claudia Lamina, Wiener Medizinische Wochenschrift 3/4/2016

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