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Innere Medizin 3. März 2016

Geschlechtsunterschiede bei psychologischen, ernährungs- und sportwissenschaftlichen Einflussfaktoren auf Adipositas/Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in Österreich

Das Ess- und Bewegungsverhalten unterliegt der Steuerungsfunktion durch bestimmte kognitive Muster. Es werden im Folgenden, zur Darstellung von eventuell durchgehenden Geschlechtertrends, die bei 4400 Kindern/Jugendlichen und 6600 Erwachsenen mit dem Adipositas Diagnostik- und Evalutionssystem (AD-EVA) gemessenen Unterschiede in der Teilgruppe der Adipösen dargestellt.

Höhere Werte ungünstiger psychischer Steuerungsmechanismen des Ess- und Bewegungsverhaltens adipöser Mädchen liegen vor allem im Bereich der vorklinischen Essstörungen. Diese Ergebnisse sind für Prävention und Gesundheitsförderung relevant.

Interessant sind auch die nicht-signifikanten Unterschiede im Bereich der Einstellung zu Bewegung wie der Bewegungsmotivation. Es würde bedeuten, dass man nicht dem Vorurteil aufsitzen darf, dass das männliche Geschlecht ohnehin mehr Freude an der Bewegung habe.

Die männliche Vorliebe für „Snacks“ und „Deftiges“ konnte in der für Österreich repräsentativen Normstichprobe des Fragebogensystems AD-EVA repliziert werden, spiegelt sich aber nicht in der Teilgruppe der adipösen Mädchen und Knaben. Man kann davon ausgehen, dass sich 8- bis 18-jährige Adipöse beiderlei Geschlechts ungünstig ernähren.

Summary

Eating behavior and physical activity behavior are under the control of certain cognitive patterns. 6600 adults and 4400 children/adolescents (8–18 years) were tested with the Obesity Diagnostics and Evaluation System (AD-EVA). Potentially significant gender differences will be detailed for the entire juvenile cohort, the subgroup of obese children/adolescents as compared to the adult cohort in this article.

Among all the subscales tested, obese girls primarily showed significantly higher values of (preclinical) eating disorders than boys. These data are relevant for both prevention and health promotion.

No significant differences were found in regard to sports motivation. This warrants facilitation of physical activity for both genders. Further, a male predilection for “Snacks” and “High-fat food” that could be found in the total representative study group, could not be verified in the subgroup of obese girls and boys, thus suggesting a similarily unhealthy eating behavior in both genders of juvenility.

Elisabeth Ardelt-Gattinger, Susanne Ring-Dimitriou, Johannes Hofmann, Katharina Paulmichl, Fanni Zsoldos, Priv.-Doz. Dr. Daniel Weghuber, Wiener Medizinische Wochenschrift 3/4/2016

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