zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 8. Dezember 2015

Die Weiterentwicklung der Rheumatologie

Liebe Leserinnen und Leser,

auch dieses Jahr folgen wir der Tradition, dass die vierte Ausgabe von rheuma plus zur Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation, die traditionellerweise Ende November stattfindet, erscheint. Vielleicht können auch in der nachfolgenden ruhigeren Zeit vor den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel Möglichkeiten und Muße zur Lektüre gefunden werden.

Wir vom Herausgeberteam sind überzeugt, dass die ÖGR-Tagung – der Ausdruck ist ja beinahe diminuierend – bei dem umfangreichen und ambitionierten Programm, das Christian Dejaco zusammengestellt hat, wie auch diese Ausgabe Ihre Aufmerksamkeit erregen und damit auch positive Anregungen bewirken können.

Wenn man so den Weg der ÖGR-Jahrestagung vom Hotel de France in Wien in den 80er-Jahren des vorigen Jahrtausends bis zum dreitägigen Kongress des Jahres 2015 verfolgt, kann man erkennen welch großartige Arbeit auf diesem Gebiet die Leiter der wissenschaftlichen Sektion der ÖGR in der Vergangenheit geleistet haben (kleine Fehler kann man dabei immer verzeihen). Gleichzeitig ist dieser Weg aber auch ein Beweis für die Entwicklung unseres Faches und dafür, dass es ein großes Privileg ist und war, in diesem Zeitraum Rheumatologin/Rheumatologe zu sein. Die erstmalige Verabreichung eines TNF-Blockers in Österreich wird z. B. dem Schreiber dieser Zeilen nie aus der Erinnerung weichen.

Viele Dinge, die uns heute auch im Programm der ÖGR-Tagung beschäftigen, um die Situation der Patient(inn)en weiter zu verbessern (und damit sind nicht nur medikamentös-therapeutische Maßnahmen gemeint), waren in den besagten 80er-Jahren Illusion. Wir können heute entspannt über differierende therapeutische Zugänge diskutieren, weil immer mehr Erfolg versprechende Möglichkeiten der Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zur Verfügung stehen, während damals eine durchschlagende Besserung der Erkrankungen selten möglich bzw. mit der Einführung von Methotrexat in die Therapie der rheumatoiden Arthritis erst als Silberstreif am Horizont erkennbar war.

Beiträge in dieser Ausgabe

Gut zur beschriebenen Weiterentwicklung der Rheumatologie passt der Beitrag von Andrea Rubbert-Roth aus Köln über Vorteile und Nachteile des Wechsels innerhalb der Wirkstoffgruppe oder der Wechsel des Wirkprinzips, d. h. die Datenlage bei Versagen des erstverordneten Biologikums.

Zweifellos haben die Erkrankung und das Wissen darum auch bei erfolgreicher medikamentöser Therapie noch einen hohen Effekt auf das Allgemeinbefinden. Dieses wird zweifellos auch von den Ernährungsgewohnheiten und den diätetischen Notwendigkeiten beeinflusst. Besonders für Gichtkranke, doch eher lebenslustige und genießende Zeitgenossen, stellen diätetische Vorschriften Hürden dar. Judith Sautner präsentiert dazu die österreichischen Ernährungs- und Lebensstilempfehlungen bei Gicht und Hyperurikämie (übrigens auch als gefälliges Handout erhältlich). Wirklich seltenen, aber auch nicht ganz so seltenen Krankheitsbildern, wie etwa Morbus Still und Behcet, widmet sich Clemens Scheinecker in seinem Beitrag über autoinflammatorische Syndrome bei Erwachsenen. Die halbe Miete zur Diagnose besteht darin, an die Existenz derartiger Krankheitsbilder zu denken. In der Mehrzahl lässt sich danach eine wirksame Therapie initiieren.

Wie immer an dieser Stelle möchten wir Sie herzlich dazu einladen, uns Ihre Meinung zu den Beiträgen dieser Ausgabe, wie auch zu allen rheumatologischen Themen, die Sie für relevant oder für diskussionswert halten, zu schicken. Sie können in jedem Falle auf einen fairen Review mit entsprechendem Feedback vertrauen.

Für Kritik, Hinweise, Zustimmung und für jeden anderen Beitrag sagen wir auch schon im Voraus Danke. Zu den bevorstehenden Feiertagen und dem Jahreswechsel bereits jetzt die besten Wünsche, herzlichst,

Ihr Burkhard Leeb

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben