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Innere Medizin 23. November 2015

Futterinsekten lösen Allergie aus

Reptilien als Haustier, wenn ein Allergierisiko besteht?

Reptilien werden als Haustiere immer beliebter. In Europa hat sich die Zahl der Reptilien wie Echsen oder Schlangen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Wissenschaftler vom Messerli Forschungsinstitut haben allerdings gezeigt, dass Heuschrecken, die als Futter für Reptilien verwendet werden, Allergien auslösen können.

Reptilien werden häufig deshalb als Haustiere gewählt, wenn in der Familie ein Allergierisiko besteht und Hund oder Katze vermieden werden sollen. Forschende des Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna, der MedUni Wien und der Universität Wien haben jedoch vor kurzem einen Fall beschrieben, der aufhorchen lässt, wie die VetmeduniVienna berichtet. Ein Achtjähriger entwickelte vier Monate nach der Anschaffung einer Bartagame nächtliche Anfälle von schwerer Atemnot.

Ursache für die starke allergische Reaktion war jedoch nicht die Echse selbst, sondern das Futter für das Tier. Heuschrecken, mit denen das Tier regelmäßig gefüttert wurde, entpuppten sich als Allergen-Quelle.

Die Ursache der allergischen Reaktion bei dem achtjährigen Wiener wurde längere Zeit nicht entdeckt. Bei einer ersten Diagnose wurde auf Pseudokrupp, und starke Asthmaanfälle getippt. Die Allergologin Jensen-Jarolim und ihr Team zogen auch eine Haustierallergie in Betracht und testeten u. a. das Reptilienfutter, die Heuschrecken. Ein Allergietest und ein Nachweis spezifischer IgE Antikörper brachte Gewissheit: Heuschrecken-Allergene waren Auslöser der allergischen Reaktion. „Wir waren mitten in einer Studie zur Untersuchung von Allergenquellen in Zoohandlungen. So sind wir durch Zufall auf das Futter der Reptilien gestoßen“, erklärt Jensen-Jarolim.

Der Artikel „Caution: Reptile pets shuttle grasshopper allergy and asthma into homes“, by Erika Jensen-Jarolim, I. Pali-Schöll, S. A.F. Jensen, B. Robibaro und T. Kinaciyan wurde im World Allergy Organization Journal veröffentlicht.

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