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Innere Medizin 15. September 2015

EULAR 2015 – RA: Digitale Dokumentation optimiert die Therapie

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis lässt sich durch die digitale Dokumentation mehr erreichen als bei konventioneller Herangehensweise. Auch die Compliance kann steigen. 

Immer mehr rheumatologische Zentren machen gute Erfahrungen mit der digitalen Dokumentation von Symptomen und Lebensqualität bei rheumatoider Arthritis. Bei der EULAR 2015-Tagung wurden mehrere Beispiele vorgestellt. Das wahrscheinlich größte derartige Projekt läuft seit einiger Zeit im Rahmen des 1993 gegründeten schwedischen  Rheuma-Qualitätsregisters SRQ, das  Daten von derzeit 84 Prozent aller schwedischen Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) enthält. Mehr als die Hälfte  dieser Patienten nutze mittlerweile digitale Patientenmodule, um Schmerzen,  allgemeine Lebensqualität und funktionelle Einschränkungen zu dokumentieren, betonte Dr. Staffan Lindblad vom Karolinska-Institut in Stockholm.

Tablet-PC als Schaltzentrale

Die Patientenmodule werden üblicherweise von einem Tablet-PC aus bedient. Die Daten werden einerseits  für die Versorgungsforschung zur Verfügung gestellt. Andererseits kann der Patient sie aber auch seinem Arzt, seinem Physiotherapeuten und seinem  Ergotherapeuten zugänglich machen. Für diese Berufsgruppen gibt es jeweils  eigene Zugriffsmodule, die die nötigen  Informationen über den Krankheitsverlauf der letzten Wochen anschaulich aufbereitet zur Verfügung stellen. Mittlerweile nutzen insbesondere die niedergelassenen Ärzte das System  relativ intensiv. „Die Software wird derzeit pro Woche mehr als 1000 Mal im Rahmen von Arzt- Patienten-Gesprächen eingesetzt“, so Lindblad. Die Patientendokumentation oder Teile davon können vom Arzt mittels  Copy-Paste in die eigene Dokumentation übertragen werden. Einige Daten können auch automatisch per Schnittstelle zwischen den Programmen übertragen werden, sodass einige Ärzte das Online-Tool als Primärdokumentation verwenden. Gute Erfahrungen mit der digitalen Patientenselbstdokumentation haben auch Rheumatologen der Polytecnic Universität im italienischen Ancona gemacht. In einer Pilotstudie haben sie untersucht, ob sich bei Patienten mit früher RA Treat-to-Target-Strategien besser umsetzen lassen. 21 Patienten in der Telemonitoring- Kohorte dokumentierten regelmäßig  ihre Symptome digital. Daraus wurde  der Krankheitsaktivitätsindex CDAI berechnet, anhand dessen Ärzte zeitnah konkrete Empfehlungen zu Veränderungen der Basistherapie gaben. Therapieziel war die Remission, definiert als ein CDAI von weniger als 2,8 Punkten. In der Vergleichsgruppe mit  20 Patienten erfolgte eine konventionelle, nicht digital unterstützte Therapie mit regelmäßigen Arztbesuchen. Im Ergebnis war der Anteil der Patienten, die innerhalb eines Jahres eine  Remission erreichten, in der Telemonitoring-Gruppe mit 38,1 Prozent signifikant größer als in der Kontrollgruppe  (25  Prozent). Außerdem war die Zeit  bis zur Remission mit im Median 20  Wochen signifikant kürzer als bei konventioneller Behandlung (36 Wochen). Neben Patienten mit früher Arthritis sind auch Kinder mit rheumatischen Erkrankungen eine interessante Zielgruppe für digitale Dokumentationslösungen. Britische Kinderrheumatologen haben in Rom über eine Lösung  berichtet, die es Kindern mit juveniler  Arthritis (JIA) erlaubt, ihre Schmerzen  anhand von Bildern, Gesichtern, Emo - ticons sowie zeichnerisch und auch verbal zu beschreiben. Der Tablet-PC scheint die Kommunikation von Schmerzen tatsächlich zu  erleichtern. Zumindest bevorzugten  95 % der Kinder im Alter zwischen fünf  und 16 Jahren diese Art der Schmerzdokumentation gegenüber den sonst  eingesetzten Papierbögen. Und 95 %  der Eltern waren der Auffassung, dass  die Kinder ihre Schmerzen dadurch besser ausdrücken können. 

Quelle: Ärzte Zeitung/Philipp  Grätzel von Grätz

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