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Innere Medizin 15. September 2015

Bildgebende Diagnostik

Arthrose früh genug erkennen.

Zwei Verfahren erkennen Knorpelschäden so früh, dass eine Arthrose noch verhindert werden könnte.

Kommen Patienten mit Knie-,  Rücken- oder Gelenkschmerzen zum Orthopäden, stellt dieser eine bestehende Arthrose meist nur anhand einer Röntgenaufnahme fest. „Die  Knorpelschicht ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut und kann  nicht wieder hergestellt werden“, so  Dr. Ingo Arnold, Tagungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh). Für eine präventive Therapie sei es daher  zum Zeitpunkt der Diagnose schon zu spät. „Dabei kündigt sich die Arthrose zumindest auf molekularer Ebene in Form  einer abnormalen Knorpelzellorganisation bereits sehr viel früher an, noch bevor der Patient aufgrund von Schmerzen zum Arzt geht“, so der Chefarzt der  Abteilung für Orthopädie und operative Rheumatologie im Rotes Kreuz Krankenhaus, Bremen. Diese beschädigten  Areale, die in einer Röntgenaufnahme  als gesund eingestuft werden, kann die  Nah-Infrarot-Spektroskopie (Near Infra  Red/NIR) als Präarthrose entlarven. Eine weitere vielversprechende Methode, ist eine Form der Magnetresonanztomografie (MRT), mit deren Hilfe  sich die biochemische Zusammensetzung des Knorpels untersuchen lässt. Denn der Knorpel zeigt in der frühen Arthrose-Phase typische Veränderungen wie den Verlust von Glykosaminoglykanen (GAG). Seit mehreren Jahren steht eine MRT-Technik zur Verfügung, die anhand des GAG-Gehalts eine Präarthrose erkennt: dGEMRIC (delayed gadolinium-enhanced MRI of cartilage). Derzeit wird die dGEMRIC-Technik noch  nicht im Routinebetrieb angewendet.  Aber in zwei bis drei Jahren, schätzt Arnold, könnte sie Patienten zur Verfügung stehen. 

Quelle: idw/Pressekonferenz im  Vorfeld des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie  (DGRh)

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