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Innere Medizin 2. September 2015

Neue Techniken der Bildgebung bei Herz-Thorax-Erkrankungen

Nach dem Trend der Subspezialisierung in den vergangenen Jahren geht die Radiologie nun wieder einen Schritt in Richtung ganzheitliche Betrachtung: Vor allem im Bereich der Herz-Thorax-Erkrankungen rücken die Zusammenhänge stärker ins Blickfeld. Neue Technologien, die eine deutlich schnellere Untersuchung des gesamten Körpers ermöglichen, unterstützen diese Herangehensweise.   

Erkrankungen von Herz und Thorax stehen sehr oft miteinander in Verbindung. Daher ist dieser Bereich prädestiniert für eine vernetzte Herangehensweise, die Herz-Thorax-Bildgebung kann in diesem Zusammenhang einen enormen Unterschied ausmachen. „In der Vergangenheit wurden Patienten radiologisch entweder mit  einem Fokus auf Thorax- oder kardiovaskuläre Erkrankungen untersucht. Diese Entscheidung basierte in den meisten Fällen auf der Grundlage der klinischen Erstuntersuchung. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Situationen und Krankheiten, wo Thoraxschmerzen von Herzkrankheiten verursacht werden und umgekehrt. Es gibt ein umfangreiches Zusammenspiel zwischen Thorax  und Herz und aus diesem Grund ist es  interessant und sehr wichtig, dass dies mittlerweile genauer betrachtet wird“,  erklärt Prof. Christian Loewe, Leiter der Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie der Medizinischen Universität in Wien im Rahmen  des ECR 2015 in Wien.

Verschiedene Ursachen als Grund  für Brustschmerzen

Zu den schwerwiegendsten Ursachen  für Brustschmerzen im kardiovaskulären Bereich zählen akute Herzinfarkte oder akute Aorten-Erkrankungen. Ebenso kann akuter Brustschmerz aber auch auf Grund von einer Reihe an Lungenerkrankungen vorliegen, wie eine  akute Lungenembolie oder Lungenentzündung. Ebenso entscheidend ist, die Rolle der Bildgebung bei akutem und chronischem Brustschmerz richtig zu verstehen und die Resultate aus diesem neuen Blickwinkel heraus zu beurteilen. „Die Bildgebung bietet heute eine  exzellente Qualität und Auflösung an“, so Loewe, „sodass eine CT des Herzens  auch die Lunge detailreich darstellt und genauso auch umgekehrt. Wir müssen also lernen, auch andere Organe gleich mit zu betrachten“. Diese organüberschreitende Betrachtung gewinnt auch deswegen an Bedeutung, weil es in Risikogruppen häufig zu Überschneidungen kommt: Risikopatienten für kardiovaskuläre Erkrankungen, Arteriosklerose oder Lungenkrebs sind oft dieselben. Abgesehen von den Auswirkungen des Rauchens auf die Arteriosklerose, liegt der Fokus in der Radiologie bei Rauchern nach wie vor stark auf der Darstellung von Lungenemphysem und Atemwegserkrankungen. Gerade hier haben aktuelle Empfehlungen für die Behandlung von COPD-Patienten gezeigt, dass eine große Zahl an kardiovaskulären Komorbiditäten vorliegt, deren Ursachen entsprechend behandelt werden müssen.   

Quelle: Presseaussendung  European Society of  Radiology

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