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Gemeinsam hüpft sich\\\'s besser...
 
Innere Medizin 14. Juli 2015

Hüpfen verbessert Knorpelstruktur im Arthroseknie

Mit Aerobic  zu besserer Fitness für Knie und Herz

Ein Aerobic-Programm mit kleinen Sprüngen wirkte sich in einer Studie positiv auf eine leichte Kniearthrose aus. Bei den beteiligten postmenopausalen Frauen fanden die Forscher vor allem eine verbesserte Knorpelstruktur im MRT.
 
Die Studienteilnehmerinnen waren zwischen 50 und 65 Jahre alt und litten unter häufigen Knieschmerzen (an den meisten Tagen im Monat). Als Einschlusskriterium galt eine röntgenologisch bestätigte leichte Arthrose im Tibiofemoralgelenk vom Kellgren-Lawrence-Grad 1 bis 2. Die finnischen Forscher um Jarmo Koli von der Universität
Jyväskylä ließen die insgesamt 80 Frauen dreimal wöchentlich über
insgesamt 12 Monate ein aerobes Spezialtraining absolvieren. Jede
Trainingseinheit bestand aus drei Phasen: ein 15-minütiges Warm-
Up, dann 25 min Aerobic zu Musik mit Spring- und Step-Übungen und
schließlich eine 15-minütige Entspannungsphase. Die Trainingsintensität wurde nach 3 Monaten gesteigert. Dabei wurden die zu überspringenden Schaumstoffhürden bzw. die Stepp-Bretter von ursprünglich 5 bzw. 10 cm graduell auf 20 cm erhöht.


Zwei Drittel hielten ein Jahr durch

Die Compliance während des Trainings lag bei 68%. Vor Beginn sowie am Ende der Intervention fertigten die Forscher T2-gewichtete Kernspintomografien vom Knie an. Als Beurteilungskriterium diente die T2-Relaxationszeit; diese beschreibt die Dauer des Übergangs
der Transversalmagnetisierung in ihren Gleichgewichtszustand. Hohe
T2-Werte entsprechen einer Degeneration der Knorpelstruktur.
Als Maß für den Trainingserfolg geben die Forscher die Effektstärke an
(berechnet nach der Cohen-Methode). Effektstärken (d) von 0,20 gelten als klein, von 0,50 als mittel und von 0,80 als groß. In der Trainingsgruppe lag die Effektstärke bezogen auf die gesamte
Patellaknorpeldicke bei d=0,59; damit war diese Gruppe der Kontrollgruppe ohne Training um 7% überlegen. Ähnlich fielen die Ergebnisse in der tiefen Zone aus: Die hier gemessene Effektstärke von d
=0,56 entspricht einer Verbesserung von 8%. Im gesamten lateralen Segment des Patellofemoralgelenks war das Ergebnis um 10%
besser, im medialen um (knapp signifikante)  4%.

Schmerzen nicht gebessert

Keine wesentlichen Verbesserungen fanden die Forscher bei den KOOS
(Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score) -Parametern Schmerz,
Symptome und Funktion, ebenso wenig bei der Lebensqualität. Dagegen schnitt die Aerobic-Gruppe im Parameter „maximale Knieextension“, gemessen mit einem Dynamometer-Stuhl, deutlich besser ab (d=0,63), ebenso im Hinblick auf die kardiorespiratorische Fitness, ausgedrückt als maximales Sauerstoff-Minutenvolumen VO2max  (d=0,55). Letzteres hatten die Wissenschaftler mit einem standardisierten Gehtest über 2 km gemessen. Während der Studie hatten sechs Patientinnen aufgrund von muskuloskelettalen Verletzungen oder anderen Symptomen den Studienarzt konsultiert. Denjenigen, bei denen sich die Symptome während des Trainings verschlimmerten, wurde geraten, zu pausieren. Die Betroffenen konnten jedoch nach einer Pause von fünf bis 21 Tagen
die Übungen wieder aufnehmen.

Stimulus für den Knorpel

Wie Koli et al. resümieren, hat das Übungsprogramm eine deutliche
Verbesserung der Knorpelqualität bewirkt. Die Impact-Übungen
hätten den Patellaknorpel in wünschenswerter Weise stimuliert. Dies
zeige sich, so die Autoren, in der verbesserten Struktur der Kollagenfa-
sern und im Wassergehalt (T2-Relaxationszeit). Während des Trainings
seien Spitzenbelastungen erreicht worden, die höher liegen als diejenigen beim Laufen. Deren Zahl habe sich jedoch im „sicheren Belastungsbereich“ (durchschnittlich 44 pro Sitzung) bewegt. Man müsse sich vorstellen, dass mit stärkerer Belastung die Patella stärker gegen die Trochlea des Femurs gepresst werde, erklären Koli und sein Team. Dadurch erhöhe sich die Kontaktfläche zwischen den Gelenkknorpeln, und der Druck, der pro cm2 auf der Knorpeloberfläche laste, sei geringer.

Quelle:
Dr. Elke Oberhofer, springermedizin.de (basierend auf: Koli J et al
(2015) Effect of Exercise on Patellar Cartilage in Women with Mild Knee
Osteoarthritis. Med Sci Sports Exerc online 9. Februar; doi:0.1249/
MSS.0000000000000629)

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