zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 5. August 2005

Gefährliche venöse Aneurysmen

Bei Patienten mit Lungenembolie sollte die Emboliequelle routinemäßig per farbkodierter Duplexsonographie gesucht werden. Das gilt besonders dann, wenn Patienten klinisch keine eindeutigen Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose haben. Dies empfehlen Wiener Angiologen und Gefäßchirurgen. Nicht nur tiefe Beinvenenthrombosen, sondern auch venöse Aneurysmen können Quelle von Thromboembolien sein. Sie können sowohl in Bein-, als auch an anderen Venen wie Armen oder Hals vorkommen. Sowohl Thrombosen als auch Aneurysmen sind gut mit der nichtinvasiven Duplexsonographie zu identifizieren. Dr. Reinhold Katzenschlager vom Hanuschkrankenhaus in Wien und sein Team beschreiben in der Zeitschrift "Ultraschall" (22, 2001, 195) den Fall eines 54-jährigen Mannes mit Lungenembolie, bei dem sie als Ursache per Duplexsonographie ein Aneurysma der Vena poplitea gefunden hatten. Solche Aneurysmen sind sehr selten. Zwar hatte der Patient Beinvarizen beidseits, jedoch keine Beschwerden in den Beinen. Die Aussagekraft der Farbduplexsonographie bei asymptomatischen Patienten werde von manchen bezweifelt, so Katzenschlager.

Jedoch habe sich in Studien eine hohe Übereinstimmung der Befunde mit der Phlebographie bei Patienten mit geringer Symptomatik ergeben. Die Wiener Gefäßspezialisten zitieren zudem eine Studie mit 179 Patienten, in der die Lungenembolierate bei symptomatischer Beinvenenthrombose 60 Prozent und bei isolierter Unterschenkel-Venenthrombose 48 Prozent betragen habe. Daher und weil bei thromboembolischen Ereignissen stets das gesamte venöse System betroffen sei, sollten bei bewiesener Lungenembolie immer auch die peripheren Venen per farbkodierter Duplexsonographie untersucht werden, so Katzenschlager. Vorteile seien vor allem die geringe Invasivität und die geringen Kosten der Untersuchung.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben