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Innere Medizin 5. August 2005

Tumorpatienten: Venenschutz!

Düsseldorf. Krebskranke haben eine deutlich erhöhte Thromboseneigung. Jeder sechste bis siebte Patient erleidet im Laufe seiner Tumorerkrankung eine Thromboembolie. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe wird jedoch nicht generell empfohlen, sondern dann, wenn weitere Risiken dazukommen. Die Thromboseprophylaxe ist laut eines Vortrages von Prof. Dr. Erhard Hiller, München, während der 45. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung indiziert bei:

  • allen operativen Eingriffen, 
  • zentralem Venenkatheter, 
  • immobilisierten Patienten, die Chemo- oder Radiotherapie erhalten, 
  • Bestrahlung von Tumoren des kleinen Beckens sowie bei 
  • Einleitung einer Chemotherapie bei ausgedehnten Tumormassen oder fortgeschrittener Erkrankung. 

Medikamente der Wahl zur Thromboseprophylaxe bei Tumorpatienten sind niedermolulare Heparine. Bei der perioperativen Thromboseprophylaxe müssen Tumorpatienten laut Hiller immer als Hochrisikopatienten eingestuft werden. Zur Prophylaxe bei Patienten mit Portsystemen, die ebenfalls ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko haben, gibt es noch keine eindeutigen Empfehlungen. Da Portsysteme häufig über Monate liegen, ist die tägliche Injektion von NMH problematisch. Eine sinnvolle Empfehlung ist, initial nach Anlage des Ports einige Wochen ein niedermolekulares Heparin einmal täglich zu geben.

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