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Innere Medizin 5. August 2005

Bei Ulkus cruris gibt es verbesserte Heilungsverfahren

Da das Ulcus cruris venosum die schwerste Form der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) darstellt, muss auch dort die Reduktion der Drucküberlastung das Ziel der Behandlung sein. Also: Kompression plus Bewegungstherapie stehen an erster Stelle. Für die Wundbehandlung sollten Verbände benutzt werden, die Wundsekret aufnehmen, ohne die Wunde auszutrocknen, etwa Fettgazen, Alginate, Hydrogele oder Hydrokolloide. Diese Verbände gewährleisten gleichzeitig eine gute Sauerstoffversorgung und schützen vor physikalischen und mikrobiellen Belastungen.Häufig ist jedoch auch eine chirurgische Behandlung indiziert. Dazu gehört nicht nur die Ausschaltung insuffizienter Venenabschnitte. 

Faszienchirurgie und Shave-Therapie

Zunehmend gewinnt, abgesehen von lokalen chirurgischen Maßnahmen, die Faszienchirurgie an Bedeutung. Sie ist bei schweren trophischen Störungen wie der Dermatoliposklerose, einer Hautverhärtung in der Umgebung des Ulcus cruris, indiziert. Durch die Eröffnung oder Entfernung von Teilen der Fascia cruris werden die oberflächlichen und tiefen Faszienlogen dekomprimiert, um so die Mikrozirkulation zu bessern. Ein weiterer Versuch, therapieresistente venöse Ulzera zu schließen, ist die Shave-Therapie. Dabei werden das Ulkus und ein großer Teil der umgebenden Dermatoliposklerose tangential in dünnen Schichten abrasiert, bis gut durchblutete Gewebeschichten erreicht werden. Der Defekt wird mit Spalthaut vom Oberschenkel gedeckt. Mit dem Verfahren haben etwa Dermatologen an der Universität Lübeck gute Erfahrungen gemacht. Mit der neuen Therapieform beim Ulkus cruris wurden bis dato sehr gute Erfahrungen gemacht; Langzeitergebnisse sind noch ausständig.Zudem wird versucht, in Kombination mit Prostaglandin-E1-Infusionen die Heilungszeit zu beschleunigen. 

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