zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 5. August 2005

Schwanger bei Thrombophilie?

Rivarotta di Pasiano. Besteht bei einer Frau mit Kinderwunsch eine Thromboseneigung, ist das kein Grund, ihr von einer Schwangerschaft abzuraten. Mit einem niedermolekularen Heparin können während der Schwangerschaft bei erblichen oder erworbenen Thrombophilien Komplikationen verhindert werden - und offenbar auch Spontanaborte, die mit den Thrombophilien assoziiert sind.  Bei etwa 25 Prozent der Patientinnen mit rezidivierenden spontanen Aborten oder anderen Fertilitätsproblemen werden Blutgerinnungsstörungen gefunden. Schwangerschafts-Komplikationen unklarer Ursache sollten deshalb ein Anlass sein, nach einer Thrombophilie zu suchen. Häufigste Gerinnungsstörung ist eine Resistenz gegen aktiviertes Protein C (APC-Resistenz).

Patientinnen mit Gerinnungsstörungen können, sobald die Schwangerschaft festgestellt wird, adäquat mit einem niedermolekularen Heparin behandelt werden. Dabei hängt die Dosierung vom Körpergewicht ab oder auch davon, ob etwa Gerinnungsstörungen kombiniert vorliegen, also etwa die Kombination einer APC-Resistenz mit einem Antiphospholipid-Syndrom (APS). Kontrollen des Blutbildes und der Aktivitätsparameter der Gerinnung sind etwa alle sechs Wochen nötig. Die Therapie wird bis sechs Wochen postpartal fortgeführt, da das Thromboserisiko im Wochenbett hoch ist. Bei den meisten Schwangeren bleiben dann die Komplikationen aus.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben