zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 5. August 2005

Stützstrumpf oder Spritze beim Langstreckenflug?

Die einmalige Injektion von Enoxaparin kann bei einem vorgegebenen Risiko tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien auf Langstreckenflügen vorbeugen. Dies zeigten die Ergebnisse der italienischen Studie LONFLIT III (Long Flight), die anlässlich der jährlichen Konferenz der American Heart Association in Kalifornien vorgestellt wurden. Die Studiengruppe um Dr. Giovanni Belcaro aus Chieti hat sich mit ihrem LONFLIT-Studienprogramm um die Erforschung des "Economy-Class-Syndroms" verdient gemacht. Nicht nur zur Inzidenz, sondern auch zu Möglichkeiten der Prophylaxe von Thrombosen im Zusammenhang mit Langstreckenflügen liefert dieses Programm neue Daten. In LONFLIT 1 ist zunächst bei 355 Personen mit einem niedrigen und 389 mit einem hohen Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen (TVT) die TVT-Inzidenz untersucht worden. Alle Probanden saßen auf Langstreckenflügen von über zehn Stunden Dauer in der Economy-Klasse. Ergebnis: Keine Thrombose in der Low-risk-Gruppe, dagegen 19 thrombotische Ereignisse (4,9 Prozent) - davon 13 TVT - in der Gruppe mit hohem Thrombose-Risiko. 

Folgerichtig ist in LONFLIT 2 und 3 nach Möglichkeiten der TVT-Prophylaxe gesucht worden. In LONFLIT 2 trugen 411 Probanden mit hohem TVT-Risiko auf ihrem Flug knielange Stützstrümpfe, 422 Flugreisende bildeten die Kontrollgruppe. Ergebnis: Ohne Kompressionsstrumpf betrug das TVT-Risiko 4,5 Prozent, mit Strumpf verringerte es sich signifikant auf nur 0,24 Prozent. Wem trotz hohen TVT-Risikos der Stützstrumpf zu lästig ist, der kann offensichtlich auch durch eine einmalige Injektion von Enoxaparin geschützt werden. Wurde in LONFLIT 3 das niedermolekulare Heparin in gewichtsadaptierter Dosierung vor dem Flug subkutan injiziert (n = 82), war keine TVT nachweisbar. Bei den 84 Probanden mit hohem TVT-Risiko, die drei Tage lang 400 mg ASS pro Tag erhielten, betrug die TVT-Inzidenz dagegen 3,6 Prozent. Wer weder Enoxaparin noch ASS erhielt (n = 82), hatte ein Risiko von 4,8 Prozent. 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben