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Innere Medizin 5. August 2005

Das Thromboembolie-Risiko in der Schwangerschaft

Welche(r) dieser Sätze ist (sind) richtig?

Das Risiko einer thromboembolischen Erkrankung im Verlauf einer Schwangerschaft besteht

A: bei einer von tausend Schwangerschaften
B: bei einer von hundert Schwangerschaften
C: die tiefen Venenthrombosen betreffen häufiger das linke als das rechte Bein 

Kommentar

Thromboembolien gehören nicht zu den häufigsten Komplikationen während Schwangerschaft und Wochenbett. Die Inzidenz bei nicht-schwangeren Frauen ist 5 bis 10 Mal höher als bei Schwangeren. Venöse Thromboembolien treten vor allem im Lauf der ersten beiden Trimester oder nach einer Sectio auf (etwa 1 Prozent der Fälle). Die venöse Thrombose tritt in 8 von 10 Fällen links auf, begünstigt durch den Verlauf der Arteria iliaca dextra auf der Vena iliaca sinistra mit konsekutiver Stase sowie durch die Kompression der Vena iliaca communis durch den Uterus.

Als Risikofakoren kommen in Frage: 

  • Thrombose in der Anamnese

  • familiäre Häufung von venösen Thromboembolien

  • Präeklampsie

  • mindestens dreitägige Hospitalisierung wegen drohender Frühgeburt

  • ab der 3. Gravidität

  • Rauchen (mehr als 10 Zigaretten/d)

  • Wochenbett

Das Risiko erhöht sich allerdings 

  • im Fall einer präexistenten Thrombophilie

  • Mangel von Antithrombin III (eine Erkrankung auf 33 Schwangerschaften)

  • Protein C Mangel (1 von 60)

  • Protein S Mangel (1 von 13)

  • heterozygote Mutation des Faktors II (1 von 66)

  • heterozygote Mutation der Faktoren V und II (1 von 10)

Richtig sind also: A und C!

Quelle: Le Quotidien, 25.6.2001, Nr. 6943

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