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Innere Medizin 5. August 2005

NMH auch nach Entlassung

Düsseldorf. Die postoperative Thromboseprophylaxe mit niedermolekularen Heparinen (NMH) wird meist vom Tag der Aufnahme bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus empfohlen. Bei Gelenkersatzoperationen an der Hüfte oder am Knie sowie bei Hüftfrakturen hat sich in Studien eine verlängerte Thromboseprophylaxe als vorteilhaft erwiesen.

Bei diesen Eingriffen sollte die medikamentöse Prophylaxe bevorzugt mit niedermolekularem Heparin auf fünf Wochen postoperativ ausgedehnt werden. Bei immobilisierenden Verbänden der unteren Extremität ist eine medikamentöse Prophylaxe bis zur Abnahme des Verbandes notwendig. Grundsätzlich richte sich die Dauer der medikamentösen Prophylaxe nach dem individuellen Risiko des Patienten für thromboembolische Ereignisse.

Wichtige Kriterien für die Risikoabschätzung sind:

  • Schwere und Ausmaß des operativen Traumas 

  • Mobilisierungsgrad des Patienten 

  • frühere Lungenembolien oder tiefe Beinvenenthrombosen 

  • Hüft- und Beckenfrakturen 

  • maligne Erkrankung.

Bei Patienten mit Operationen mit niedrigem und mittlerem Risiko ist eine frühe Mobilisation anzustreben. Eine Thromboseprophylaxe kann nach kurzem stationären Aufenthalt und vollständiger Mobilisation abgesetzt werden. Das gilt auch für ambulante Eingriffe. 

Empfohlen wird eine Prophylaxedauer von sieben Tagen. Patienten mit hohem Risiko sollten während des gesamten Klinikaufenthaltes die Prophylaxe erhalten. Bei Patienten, die zwar länger stationär bleiben, aber sich mehr außerhalb des Bettes als im Bett aufhalten, kann die Prophylaxe abgesetzt werden.

Ein besonders hohes Thromboserisiko haben Patienten mit Gelenkersatz an Hüfte oder Knie, nach resezierenden Eingriffen an den Beckenvenen sowie nach einer Becken- oder Hüftfraktur. 
Diese Patienten profitieren von einer Fortführung der Prophylaxe über den stationären Aufenthalt hinaus, wie Studien ergeben haben. Auch sollte mehr Wert auf die physikalische Prophylaxe gelegt werden. Gerade bei Patienten mit niedrigem Thromboserisiko, die nach der Operation die Klinik rasch verlassen, sollte auf spezielle Gymnastik, das Tragen von Kompressionsstrümpfen und regelmäßige Bewegung geachtet werden.

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