zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 5. August 2005

Thrombose und Embolie auch im Internet

Der Lebensstil der europäischen Gesellschaft fördert die Entstehung von diversen Gefäßerkrankungen besonders intensiv. So ist bekannt, dass gerade höheres Lebensalter, Übergewicht, Bewegungsmangel durch langes Sitzen, Rauchen, Hormonpräparate etc. venöse Thrombosen begünstigen können. Aber auch die arterielle Thrombose wird durch den Lebensstil der Wohlstandsgesellschaft unterstützt. Daher gibt es eine Vielzahl an medizinischen Initiativen, die auf diesem Gebiet zusammenarbeiten. Notwendigerweise bilden sich Netzwerke - und was unterstützt die Kommunikation solcher Strukturen besser, als das World Wide Web? Entsprechend präsentieren sich eine Vielzahl von Organisationen zu diesem Thema im Internet.

Leitlinien
www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ll_list.htm 
Unter dieser Webadresse finden sich Leitlinien für die verschiedensten Teilbereiche aus der Medizin - so auch für die Bereiche Gefäßchirurgie, Phlebologie und Angiologie. Diese systematisch erarbeiteten Empfehlungen dienen dazu, den Kliniker und den Praktiker bei Entscheidungen über die angemessene Versorgung des Patienten im Rahmen spezifischer klinischer Umstände zu unterstützen. Leitlinien gelten als Standardsituationen und berücksichtigen die momentan aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu bestimmten Fragestellungen. Letztlich bleibt die Entscheidung über die Angemessenheit der zu ergreifenden Maßnahmen jedoch beim behandelnden Arzt, der stets die individuelle Problematik berücksichtigen muss. Die Leitlinien, die auf dieser Homepage gesammelt nachzulesen sind, wurden von verschiedenen wissenschaftlichen Fachgesellschaften erarbeite, u. a. der Deutschen Fachgesellschaft für Gefäßchirurgie, für Angiologie und der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie.

Society for Vascular Medicine and Biology
www.svmb.org 
Diese Homepage fällt sofort durch ihre äußerst professionelle und attraktive Gestaltung auf. Von der Einstiegsseite aus kann der Surfer den Bereich für "Members and Medical Professionals" oder für "Patients and Families" anklicken. Ärzte werden über Publikationen, Events und Symposien informiert und haben die Möglichkeit, in diversen Abstracts zu schmökern. Wie es sich für jede Homepage einer Fachgesellschaft gehört, hat der Health Professional natürlich auch Gelegenheit, sich über eine eventuelle Mitgliedschaft zu informieren bzw. sich gleich das Anmeldeformular herunterzuladen. Dem Laien wird eine reichhaltige Linksammlung zur Verfügung gestellt, die ihn auf Seiten führt, wo er Interessantes zu seinem Problem erwarten kann.

Vascular Disease Foundation
www.vdf.org 
Diese Site hat sich zum Ziel gesetzt, reichhaltiges Informationsmaterial für Laien bereit zu stellen. Experten erklären das Wichtigste zu Stichworten wie PAD ("Peripheral Arterial Disease"), Aneurysmen oder Beinkrämpfe. Das Beeindruckendste dieser URL ist jedoch die reichhaltige Videobibliothek mit informativen Kurzfilmen. Von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit über das Thema Schlaganfall bis hin zum Infarkt reicht die Palette. Eine Linksammlung rundet das Angebot dieser Homepage ab.

European Thrombosis Research Organisation
http://alpha400.cmns.mnegri.it/en/organization/Donati/etro/welcome.html
ETRO ("European Thrombosis Research Organisation") ist ein Netzwerk von Labors und nicht von einzelnen Individuen. Eingeladen sind alle europäischen Labors oder Institute, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Thrombose beschäftigen, Mitglied bei ETRO zu werden. Durch diesen Zusammenschluss zu einem Netzwerk soll der Austausch von Methoden und Wissenschaftern erleichtert werden und so die Forschung in diesem Teilgebiet der Medizin gefördert werden. Momentan beteiligen sich 124 Labors aus 23 Ländern. Auch Österreich beteiligt sich an diesem Netzwerk. Die eher unscheinbare Homepage stellt wertvolle Kontaktadressen aus dem europaweiten Netzwerk zur Verfügung.

VAS / Vascular Independent Research and Education / European Organisation
www.vas-int.org 
In diesem Netzwerk arbeiten eine große Anzahl von europäischen Zentren mit Spezialisierung auf Gefäßerkrankungen in genau definierten Projekten zusammen. Diese Zentren garantieren eine sichere Zusammenarbeit und versprechen sich dadurch eine schnellere Verbesserung der Lebensqualität jedes einzelnen Patienten. Auch auf dem Gebiet der medizinischen Ausbildung wird höchste Qualität durch ständigen Austausch von Ideen und Erfahrungen angestrebt. Auf der Homepage findet man entsprechend Informationen zu den diversen Ausbildungsangeboten wie unter anderem den "European Master on Angiology / Vascular Medicine" oder über Studentenaustauschprogramme (Erasmus / Socrates Programme). Schlussendlich wird auch versucht, Gefäßpatienten auf jeweils nationaler und europäischer Ebene besser zu verlinken, damit diese miteinander ihre speziellen Interessen nach außen hin effektiv vertreten können.

Internet Resource on Venous Thromboembolism
www.umassmed.edu/outcomes/dvt/   
Diese Internetadresse bietet dem Benutzer eine breite Palette an Informationen, wenn es um "Best Practices" bei der Vorsorge der tiefen Beinvenenthrombose sowie der Lungenembolie geht. Einerseits hat der User die Möglichkeit, sich ein so genanntes "Best Practices Manual" online durchzulesen, er kann sich hier aber auch sein persönliches "Download"-Exemplar in PDF-Format besorgen. Eine reichhaltige Auswahl an Zusatzinfos rundet das Angebot dieser Webadresse ab. Unter dem Button "Additional Information on DVT" findet der Benutzer unter anderem diverse Guidelines zu Vorsorge- und Therapiefragen der DVT, ein Patienteninformationsblatt, Studien, Unterrichtsmaterial und interessante Links zum Thema.

Thrombose
www.thrombose.co.at  
"Wie groß ist das Risiko, dass ich eine Thrombose bekommen kann?" Jeder, der sich bereits einmal diese Frage gestellt hat, ist auf dieser überschaubaren Homepage richtig. Hier findet der Laie Antworten auf die Fragen: "Was ist eine Thrombose?", "Bin ich gefährdet?" und "Was kann ich dagegen tun?" Immer häufiger tritt bei langen Reisen als Komplikation die so genannte Reisethrombose auf. Unter dem Begriff "Economy Class Syndrom" wurde in den letzten Jahren in der Presse viel über dieses Thema berichtet. Diese Webadresse informiert den Laien kurz und überschaubar über Risikogruppen und Vorbeugemaßnahmen einer Reisethrombose.

Forum Gefäßmedizin
www.angiologie-online.de 
Diese Webadresse richtet sich nicht an den Experten, sondern an den Laien, der sich über diverse Gefäßerkrankungen einen Überblick verschaffen will. Der User findet hier wertvolle Informationen, angefangen vom Stichwort Thrombose bis zur Aufklärung, was ein "Stent" ist und wofür er verwendet wird. Das Gesundheitswesen wird besonders für den Patienten immer unübersichtlicher, und oftmals tut sich ein Nichtfachmann schwer, für sein Problem den richtigen Spezialisten zu finden. Der "Expertenrat" auf dieser Homepage will die Laien bei diesen hochkomplizierten Fragen unterstützen. So besteht ein großer Unterschied, wenn ein Patient zum Beispiel "einen Spezialisten für Gefäßkrankheiten" sucht, ob er nun einen Internisten mit Spezialgebiet Angiologie, einen Chirurgen mit Spezialisierung auf dem Gebiet der Gefäßkrankheiten oder gar einen Dermatologen mit Zusatzbezeichnung Phlebologie fragt. Diese Site will hier bei Orientierungsfragen helfen. Ein Patienten-Club rundet das Angebot dieser URL ab.

DR. Gerhard Weigl, Ärzte Woche 8/2002

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben