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Innere Medizin 5. August 2005

HIT - selten, aber gefährlich

Bei etwa fünf Prozent der mit Standard-Heparin behandelten Patienten kommt es kurz nach Therapiebeginn zur heparininduzierten Thrombozytopenie Typ I (HIT). Dabei sinkt die Plättchenzahl um 20 bis 30 Prozent. 

Schwerwiegender im Verlauf ist jedoch die HIT Typ II, bei der die Patienten durch multiple venöse und arterielle Gefäßverschlüsse gefährdet sind. 
Die Plättchenzahlen sinken meist zwischen dem siebten und elften Behandlungstag rasch auf unter 50000/µl ab. 

Betroffen sind etwa 0,5 bis ein Prozent der mit niedermolekularen Heparinen behandelten Patienten. Die Behandlung muss sofort abgebrochen und eine Therapie mit Hirudin und Cumarinderivaten eingeleitet werden.
Alternativ kommt das Antikoagulanz Danaparoid in Frage, das signifikant weniger schwere Blutungen verursacht. So kam es in einer Vergleichsstudie mit 194 Patienten unter Hirudin bei zehn Prozent der Patienten zu ernsten Blutungen, unter Danaparoid nur bei 2,5 Prozent.

Bei einer retrospektiven Analyse von 126 mit Danaparoid und von 175 mit Lepirudin behandelten Patienten mit gesicherter HIT II ist die Inzidenz thromboembolischer Komplikationen mit 71 und 72 Prozent ähnlich hoch gewesen. Danaparoid hat in dieser Studie insofern Vorteile gehabt, als Blutungskomplikationen statistisch seltener als unter Lepirudin auftraten. 

Bei Behandlung von HIT-Patienten mit dem direkten Thrombin-Hemmstoff Argatroban, der in den USA bereits zugelassen ist, ist kein spezielles Monitoring nötig. 

Um eine HIT zu vermeiden, sollte generell vor Beginn und während einer Heparin-Therapie die Plättchenzahl bestimmt werden. Bei einer HIT in der Vorgeschichte können bereits kleine Mengen an Heparin, etwa durch Heparin-beschichtete intraarterielle Katheter oder Katheterspülungen mit Heparin, erneut eine HIT auslösen. 

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