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Innere Medizin 5. August 2005

Neuer Fortschritt in der Thromboseprophylaxe

Niedermolekulare Heparine haben die Prophylaxe venöser Thromboembolien effizienter, leichter und sicherer gemacht. Weiteren Fortschritt verspricht eine neue Klasse von Antithrombotika: Der synthetische, hochselektive Faktor Xa-Hemmer Fondaparinux, ein Pentasaccharid, der an einem einzelnen Zielpunkt im Plasma bindet. "Das Präparat hat durch seinen klar definierten Wirkmechanismus gegenüber einem einzelnen Gerinnungsfaktor eine vorhersagbare Dosis-Wirkungsbeziehung und kann jedem Patienten in standardisierter Tagesdosis gegeben werden", so Prof. Dr. Herbert Watzke von der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin I. 

Damit entfallen auch die Dosisanpassungen, die wiederholte tägliche Dosis und die Überwachung der Thrombozytenzahl, wie sie bei unfraktionierten und niedermolekularen Heparinen erforderlich sind. Das Erfolgspotenzial der neuen Substanz wurde bereits in vier doppelblinden, randomisierten und prospektiven Studien, an denen über 7.000 Patienten teilnahmen, getestet. Die vier Studien waren nach ähnlichem Design konzipiert und hatten die gleichen Endpunkte bei Wirksamkeit (dokumentierte tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien bis zum 11. Tag nach der Operation) und Sicherheit (Blutungskomplikationen). 

In allen Studien verringerte Fondaparinux (2,5 mg subkutan einmal täglich postoperativ) hochsignifikant die Rate venöser Thromboembolien. Unter einer Therapie mit Fondaparinux reduzierte sich das Risiko hinsichtlich einer venösen Thromboembolie um über 50 Prozent. Der Blutungsindex war zwar unter dem Pentasaccharid etwas höher, doch ergab sich kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen in der Mortalität und bei den schweren Blutungskomplikationen wie tödliche Blutungen und Blutungen im Gehirn. 

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