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Innere Medizin 5. August 2005

Langes Antikoagulieren verzögert Thrombosen

Perugia. Wie lange sollen Patienten mit einer ersten idiopathischen tiefen Beinvenenthrombose (TVT) eine orale Antikoagulation erhalten? Gemäß einer italienischen Studie werden Rezidive einer Thrombose durch eine Ein-Jahres-Therapie im Vergleich zu drei Monaten verschoben, aber nicht langfristig vermieden. Wie Prof. Dr. Giancarlo Agnelli aus Perugia und seine Kollegen im "New England Journal" (345, 2001, 165) berichten, waren 267 Patienten nach dreimonatiger Antikoagulation mit Warfarin in zwei Gruppen aufgeteilt worden. In einer wurde das Präparat abgesetzt, in der anderen wurde neun Monate weiterbehandelt. 

Das Resultat: Ein Patient in der Gruppe, die ein Jahr lang weiterbehandelt wurde, hatte während der Therapie erneut eine Thrombose. Elf Patienten waren es während dieser Zeit in der Gruppe ohne Antikoagulation. Bei vier Patienten war es allerdings unter der Ein-Jahres-Therapie zu nicht-tödlichen Blutungszwischenfällen gekommen. Wurde das Ergebnis der beiden Gruppen jedoch ein Jahr nach Therapieende erneut beurteilt, hatte die zunächst bessere Gruppe sich schnell verschlechtert. Egal ob drei Monate oder ein Jahr lang antikoaguliert worden war - nach zwei Jahren war es bei jeweils 16 Prozent der Patienten erneut zu Thromboembolien gekommen. Auch waren je Gruppe fünf Prozent der Patienten gestorben. Die Forscher schließen aus ihrer Studie, dass die einjährige Antikoagulation bei den Patienten mit idiopathischer Beinvenenthrombose das Rezidiv hinausgeschoben hat, es aber letztlich nicht verhindert hat. Antikoagulation wirkt, solange antikoaguliert wird, so die Wissenschaftler.

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