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Innere Medizin 5. August 2005

Thrombosegefahr auf langen Busreisen

Innsbrucker Wissenschafter wollen im Rahmen einer Studie klären, inwieweit sich langes Sitzen in Bussen nachteilig auf den Blutfluss der Beine auswirkt.

20 Teilnehmer bei zweitägiger Romreise

Es soll auch untersucht werden, ob bei einer Beeinträchtigung des Gerinnungssystems die Gefahr von Thrombosen steigt. Das Projektteam, das diesen Fragen nachgeht, steht unter der Leitung von Doz. Dr. Wolfgang Schobersberger von der Klinischen Abteilung für Allgemeine und Chirurgische Intensivmedizin der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin am LKH Innsbruck. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2002 erwartet. 20 Teilnehmer, die kein wesentliches Thromboserisiko aufwiesen, wurden vor, während und nach einer zweitägigen Busfahrt nach Rom, die im November stattfand, genauestens untersucht.

Die Ergebnisse der Untersuchung, die in dieser Form erstmals durchgeführt wurde, werden mit einer Studie über den Zusammenhang von Langstreckenflügen und Thrombosegefahr verglichen, welche die Innsbrucker Wissenschafter im Juni dieses Jahres abgeschlossen haben. Die Modernisierung der Busse hat dazu geführt, dass jene Faktoren, die für die Thrombosebildung bei Langstreckenflügen verantwortlich gemacht werden, auch in diesem Verkehrsmittel zugenommen haben. Die trockene Luft, die durch die Klimaanlage in Bussen entsteht, bringt die Gefahr der Austrocknung mit sich. Ebenso kann sie die Gefahr von Infekten erhöhen.

Vergleich mit Messungen von Langstreckenflug

In den letzten Jahren hat es immer wieder Berichte über Gesundheitsprobleme bei Langstreckenflügen gegeben, die als "Economy Class Syndrome" bezeichnet werden. Das Projektteam um Schobersberger hat in diesem Zusammenhang erstmals während eines Langstreckenfluges von Wien nach Washington direkt im Flugzeug Messungen der Blutgerinnung vorgenommen. 
Die Untersuchung führte zum Ergebnis, dass während des Fluges das Gerinnungssystem aktiviert wurde und damit unter gewissen Umständen das Thromboserisiko steigen kann. Die Studie ist bei den internationalen Fluglinien auf großes Interesse gestoßen. Vor kurzem hat Schobersberger das Ergebnis bei der Deutschen Luft- und Raumfahrttagung präsentiert. 

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