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Innere Medizin 1. August 2008

Übersicht zur Histologie-basierten Definition der gastroösophagealen Refluxkrankheit

GRUNDLAGEN: Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist mit Zylinderepithel- und Barrett-Ösophagus (BE) assoziiert, aus dem sich ein Adenokarzinom entwickeln kann. Derzeit wird GERD entsprechend einer Mischung aus Symptomen, Endoskopie, Histopathologie und Funktionsdiagnostik definiert. Wir suchten nach einer primär histologie-basierten Definition von GERD. METHODIK: Übersicht rezenter Literatur zu GERD-Histopathologie. ERGEBNISSE: Multi-Level Biopsien vom ösophagogastralen Übergang und die neue Paull-Chandrasoma Histopathologie-Klassifikation von CLE definieren jene mit Reflux und Karzinomrisiko. Man unterscheidet drei abnormale, nondysplastische Mukosatypen zwischen Plattenepithel und Magenschleimhaut: Kardia Mukosa (CM), Oxyntokardia Mukosa (OCM) und CM mit intestinaler Metaplasie (=Barrett's esophagus, mit 0,5% jährlichem Krebsrisiko). Die Häufigkeit von intestinaler Metaplasia (IM) beträgt 15–24 % an einem endoskopisch normalen ösophagogastralen Übergang und findet sich in 100% bei endoskopisch sichtbarem CLE≥5 cm. IM entsteht an der Mukosagrenze (Platten-, Zylindereptithel). Der sog. dilatierte Endstadium Ösophagus ist ein neues Konzept und definiert das GERD-Frühstadium und entsteht durch transiente, Magendehnungs-induzierte Erschlaffungen des unteren Ösophagusphinkters. Permanente Schädigung führt zur Auskleidung mit Zylinderepithel und magenartigem Aussehen. Die Mehrzahl der sog. Kardiakarzinome entstehen auf Basis des dilatierten Endstadium Ösophagus. SCHLUSSFOLGERUNGEN: CLE entsteht durch Reflux und wird zur Krankheit, wenn er mit die Lebensqualität beeinträchtigenden Symptomen und/oder intestinaler Metaplasie bzw. Dysplasie (Krebsrisiko) vergesellschaftet ist. CLE, IM und Dysplasie können endoskopisch nicht ausgeschlossen werden, dies gelingt nur mittels Histopathologie von Biopsien aus dem ösophagogastralen Übergang.

J. Lenglinger, M. Eisler, F. Wrba, G. Prager, J. Zacherl, M. Riegler, European Surgery

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