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Innere Medizin 13. April 2006

Internationales Lob für das Projekt "HIVmobil"

Vor drei Jahren wurde HIVmobil gegründet. Dieses engagierte Projekt für HIV-positive Menschen konnte trotz ständiger finanzieller Engpässe seine Sinnhaftigkeit unter Beweis stellen. Anerkennung dafür gab es bei der 5. International Conference on Home and Community Care for Persons Living with HIV/AIDS im Dezember 2001 in Chiang Mai, Thailand. Mittlerweile zeichnet sich auch in Wien selbst eine zunehmende Anerkennung und Lösung der finanziellen Probleme für HIVmobil ab. Weltweit ziehen Hilfsorganisationen - oft in Zusammenarbeit mit der Regierung - lebensnahe Projekte für HIV-positive Menschen direkt im Lebensraum der Betroffenen auf, um ihnen und ihren Angehörigen soziale, medizinische, emotionale und spirituelle Unterstützung anzubieten. In Chiang Mai berichteten mehr als 3.000 Teilnehmer über die vielfältigen Projekte, mit denen HIV-positiven Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensraum soziale, ökonomische, medizinische, emotionale und spirituelle Unterstützung zuteil werden kann.

Schlüssel zu erfolgreichen Antworten

Der Vorsitzende der Konferenz und Generalsekretär der Thai Red Cross Society, Phan Wannamethee, betonte in seiner Eröffnungsansprache, dass Menschen mit HIV/AIDS in Zukunft in wesentlich höherem Maße als bisher Zugang zu Betreuungs- und Hilfseinrichtungen benötigen werden. Darin liege der Schlüssel für die erfolgreiche Antwort der Welt auf die AIDS-Pandemie. "Erfahrungen in Thailand, einem Land mit sehr großen Bemühungen im Kampf gegen AIDS, zeigen uns den hohen Stellenwert der Integration von AIDS-Prävention und Betreuung von HIV-positiven Menschen als erfolgversprechende Strategie zur Senkung der AIDS-Prävalenz", berichtete Dr. Jai Narain, WHO Regional Advisor on HIV/AIDS and Tuberculosis. 

Weltweit einzigartiger Verein in Wien

Das österreichische Projekt HIVmobil wurde vom thailändischen und internationalen Organisationskomitee für eine Präsentation nominiert. Dr. Wolfgang Steflitsch, 2. Interne Abteilung, Otto Wagner Spital, Wien, berichtete als ärztlicher Leiter von HIVmobil über die erfolgreichen Aktivitäten dieses weltweit einzigartigen Wiener Vereines für medizinische Hauskrankenpflege und Sozialbegleitung für Menschen mit HIV/AIDS. Bei HIVmobil führen diplomiertes Pflegepersonal, das langjährige Erfahrung in der Betreuung von HIV-positiven PatientInnen besitzt, und ein ebenso erfahrenes Ärzte-Duo Grundpflege, Behandlungspflege, Ernährungstherapie, Injektions- und Infusionsbehandlungen durch.

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen über die medizinische Hauskrankenpflege von Menschen mit HIV/AIDS, die Mitte der 90er-Jahre in der BRD durchgeführt wurden, kamen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass diese besonderen Aufgaben und Anforderungen weitaus am besten von einem erfahrenen Spezialteam bewältigt werden können. Diese Studien wurden in der BRD initiiert, nachdem die Integration der Heimbetreuung von HIV-positiven PatientInnen in vorhandene Konzepte der Hauskrankenpflege mehrfach und nachhaltig gescheitert war. Das Spezialteam von HIVmobil bestätigt durch seine erfolgreiche HIV-spezifische Hauskrankenpflege "im Praxistest" diese Studienergebnisse.

H. Hauser, Ärzte Woche 4/2002

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