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Innere Medizin 13. April 2006

Aids: 1.300 Tote in Österreich

2.143 Erkrankte und 1.300 Tote. Das ist die bisherige Bilanz von Aids in Österreich. Der positive Aspekt laut der offiziellen Statistik des Gesundheitsministeriums mit Stichtag 31. Jänner 2001: Im vergangenen Jahr gab es mit zehn Todesopfern die geringste Zahl an Personen, die an der Immunschwächekrankheit verstarben, seit 1984. Allerdings warnt die Wiener Virologin Prof. Dr. Elisabeth Puchhammer-Stöckl in einer Analyse vor einer seit 1997 beobachteten "leichten Zunahme" an Neuinfektionen mit dem HI-Virus.

Insgesamt ist die Situation rund um Aids in Österreich stabil. Die Zahl der seit Anfang 1983 an der Immunschwächekrankheit Erkrankten und Verstorbenen ist im internationalen Vergleich laut Puchhammer-Stöckl vom Institut für Virologie der Universität Wien weiterhin im südlichen Afrika am höchsten: "So waren laut WHO schon im Jahr 2000 in Swaziland und Botswana zwischen 32 und 43 Prozent aller schwangeren Frauen, die in Geburtskliniken untersucht wurden, HIV-positiv. Der Anteil der mit dem HI-Virus infizierten Personen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren liegt in vielen Ländern bei zehn Prozent, in manchen südafrikanischen Gebieten sogar bei 20 Prozent." Doch die Aids-Krise reicht bis in die Nachbarschaft Österreichs. Die Wiener Expertin: "Am rasantesten nimmt die HIV-Epidemie derzeit in Osteuropa und Zentralasien zu, vor allem in den Ländern der russischen Föderation, wo die gemeldeten HIV-Infektionen von ca. 11.000 Ende 1998 auf 129.000 im Juni 2001 hinaufgeschnellt sind."

In Österreich ist laut der Expertin im Jahr 2001 mit 398 neu festgestellten Aids-Infektionen die Zahl im Vergleich zu 428 im Jahr 200 nicht mehr gestiegen, befindet sich aber weiterhin auf einem höheren Niveau als beim 1997 in Österreich registrierten bisherigen Tiefststand an neu erkannten HIV-Infektionen mit damals 297.

Die Virologin: "Es wird vermutet, dass sich ein diffuses - und absolut falsches - Gefühl der Sicherheit durch das Vorhandensein einer antiretroviralen Therapie in manchen Schichten der Bevölkerung breit macht." In manchen Regionen Kanadas, der USA und Großbritanniens wurden wieder vermehrt HIV-Infektionen bei Homosexuellen beobachtet. Diese Tendenz wird laut Elisabeth Puchhammer-Stöckl in Österreich nicht registriert. Doch: "Bei uns ist nach den Informationen, die wir von den Kollegen von den Kliniken bekommen, eher eine Zunahme in der heterosexuellen Bevölkerung zu verzeichnen."

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