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Innere Medizin 5. April 2006

Der Großangriff auf die Niere

Diabetes und Hypertonie - die klassischen Zivilisationskrankheiten: Sie sind auch die Hauptfeinde der Niere. Bei jedem dritten Dialysepatienten ist ein Diabetes mellitus Grundursache der Nephropathie; in etwa 30 Prozent sind Arteriosklerose und hypertensive Nephrosklerose Verursacher des Nierenversagens - Folgeerscheinungen unserer "Welt im Überfluss". Die hohe, insbesondere kardiovaskuläre Komorbidität beeinflusst nach wie vor massiv die Komplikationsrate der Patienten mit Nierenersatztherapie.

Aus der Dialysestatistik ist abzuleiten, dass die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung terminaler Niereninsuffizienz die Bekämpfung von Adipositas und diabetischer Stoffwechselstörung sowie die optimale medikamentöse Blutdruckkontrolle sind. 

Prof. Dr. Herwig Holzer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie: "Die heutigen Allgemeinmediziner gleichen Zirkusjongleuren, die eine Unzahl moderner medizinischer Möglichkeiten in ihren Praxen umsetzen sollten. Hiefür werden sie allerdings unzureichend entlohnt. Das derzeitige Sozialversicherungsentgeld erlaubt weder umfassende diagnostische Maßnahmen in einer Allgemeinpraxis noch ermöglicht es ausreichend Zeit für eine eingehende Beratung hinsichtlich Lebensweise, Diät und Medikation."

Schade - eine Chance verstreicht ungenutzt.

Die Allgemeinmediziner, die maßgeblich zur Prävention beitragen könnten, werden allerdings von den Sozialversicherungen äußerst unzureichend entlohnt - das derzeitige Sozialversicherungsentgeld erlaubt weder umfassende diagnostische Maßnahmen in einer Allgemeinpraxis noch ausreichend Zeit für eine eingehende Beratung hinsichtlich Lebensweise, Diät und Medikation zur Verfügung stellt. 

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