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Innere Medizin 3. April 2006

Vorteile bei Herzinsuffizienztherapie

Erhalten Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und verminderter linksventrikulärer Auswurfleistung den Angiotensin-Rezeptor-Blocker Candesartan* zusätzlich zu einer optimalen Basistherapie, werden Mortalität und Hospitalisierungsrate signifikant reduziert. Dies zeigen weitere Daten der CHARM-Studie, die beim Europäischen Kardiologiekongress in München von Prof. James Young präsentiert wurden.

Die Chronische Herzinsuffizienz (HI) ist die einzige bedeutende kardiovaskuläre Erkrankung, mit steigender Inzidenz und Prävalenz, die somit ein erhebliches Problem für das Gesundheitssystem darstellt. Die derzeitige Standardtherapie stützt sich vor allem auf ACE-Hemmer, Betablocker und Spironolacton – also Substanzen, für die klinische Studien bewiesen haben, dass sie Leben verlängern und Symptome verbessern können. Trotzdem ist die Prognose für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz weiterhin sehr schlecht, insbesondere wenn ihre linksventrikuläre Auswurfleistung (LVEF) auf unter 40 Prozent reduziert ist. Das CHARM (Candesartan in Heart Failure: Assessment of Reduction in Mortality and Morbidity) Programm besteht aus drei verschiedenen Studien in denen Patienten mit symptomatischer HI zu einer Behandlung mit dem Angiotensin-Rezeptor-Blocker Candesartan (Atacand®) oder mit Plazebo randomisiert wurden. Alle drei Studien wurden unabhängig gestaltet und sollten feststellen, ob der Zusatz von Candesartan zu anderen, bereits etablierten HI-Therapien das Risiko für kardiovaskulären Tod oder Spitalsaufnahme wegen Chronischer Herzinsuffizienz und die Gesamtmortalität senkt:

  • bei Patienten mit LVEF < 40 %, die bereits mit ACE-Hemmern behandelt wurden (CHARM-Added, n=2.548)
  • bei Patienten mit LVEF < 40 %, die ACE-Hemmer nicht vertragen (CHARM-Alternative, n=2.028)
  • bei Patienten mit HI, aber einer LVEF > 40 % (CHARM-Preserved, n=3.025).

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt des CHARM-Programmes war die bereits vorher definierte Analyse der beiden Studien mit einer LVEF < 40 % (CHARM-Alternative, CHARM-Added) gemeinsam. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt von CHARM, da frühere Studien mit ACE-Hemmern, Beta-Blockern, Aldosteron-Antagonisten und Angiotensin-Rezeptor-Blockern speziell bei Patienten mit reduzierter linksventrikulärer systolischer Funktion durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser gemeinsamen Analyse von CHARM-Alternative und CHARM-Added wurden von Prof. James Young, Case Western Reserve University Cleveland, Ohio, USA, vorgestellt.

Insgesamt 4.576 Patienten

Erfasst wurden insgesamt 4.576 Patienten mit einer durchschnittlichen LVEF von 29 Prozent, die Candesartan zusätzlich zu ihrer HI-Basistherapie erhielten. 88 Prozent der Patienten verwendeten Diuretika, 56 Prozent ACE-Hemmer, 55 Prozent Betablocker, 53 Prozent Digoxin und 20 Prozent Spironolacton. Die Auswertung nach einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 34 Monaten spricht klar für Candesartan: Die Behandlung mit Candesartan führte zu einer relativen Risikosenkung der Mortalität um 12 % (p=0.018), der kardiovaskulären Mortalität um 16 % (p=0.005) und des kombinierten Endpunktes kardiovaskuläre Mortalität und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz um 18 % (p<0.001). Diese Vorteile betrafen alle Patienten mit niederer LVEF unabhängig von ihrer Basistherapie. Candesartan konnte somit 29 Todesfälle pro 1.000 behandelte Patienten verhindern. Diese Daten zeigen deutlich die Vorteile einer Therapie mit Candesartan, unabhängig welche lebensverlängernde Basistherapie diese sehr kranken Patienten erhalten haben“, kommentierte Prof. Dr. Karl Swedberg, Universität Göteborg, Schweden. Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und verminderter linksventrikulärer Auswurfleistung haben ein sehr hohes Risiko für kardiovaskulären Tod und Hospitalisierung. Die CHARM-Ergebnisse unterstreichen, dass Candesartan (z.B. Atacand®) diesen Patienten signifikante Vorteile bieten kann, indem es die Mortalität reduziert und die Symptome verbessert, die zu früheren Spitalsaufnahmen führen.

 detail

Dr. Klaus Huber, Ärzte Woche 13/2001

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