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Innere Medizin 14. Juli 2005

Fieber nach Tropenreise: Wo war der Patient?

20 Prozent der Patienten, die in Tropen oder Subtropen Urlaub gemacht haben, haben Fieber nach der Reise. Das sei die Erfahrung der Ambulanz der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München, sagte Privatdozent Tomas Jelinek auf dem Internistenkongress in Wiesbaden. Wichtigste Frage sei dann: Wo war der Patient? Denn allein das könne schon entscheidende diagnostische Hinweise geben.

Malaria nach Afrikareise

"Aus Afrika sehen wir Malaria, Malaria, Malaria", so der Münchner Tropenmediziner. "Kapstadt zum Beispiel ist natürlich eher nicht Malaria-verdächtig, aber alle anderen Regionen sicher." Der Ausschluss von Malaria gehört grundsätzlich immer dazu bei Patienten, die nach einer Tropenreise krank geworden sind. Häufig sind bei Afrika-Urlaubern auch Bilharziose und Zeckenbiss-Fieber: "Beide gehen am Anfang mit Fieber und Kopfschmerzen einher und können wie Malaria aussehen." Vom indischen Subkontinent bringen Touristen vor allem Amöben und andere Magen-Darm-Parasiten mit. Malaria ist selten. Südostasien - da steht Dengue-Fieber ganz oben auf Jelineks Liste. "Das ist in den letzten Jahren ganz häufig geworden, auch bei Patienten, die aus Mittelamerika und der Karibik kommen." 

Bei Südostasien-, vor allem Indonesien-Touristen sind auch Infektionen mit Shigellen, Campylobacter und Lamblien häufig. "Malaria ist im Moment am Zunehmen, vor allem aus Indonesien." Aus Mittel- und Südamerika bringen Touristen außer Dengue-Fieber oft Magen-Darm-Parasiten mit. "Das ist natürlich eine etwas pointierte Darstellung ohne harte Daten", sagte Jelinek zu seiner Krankheiten-Hitliste, "nur so ein Gefühl aus der Ambulanz heraus." 

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