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Innere Medizin 4. Juli 2005

Luftgepolsterte Knöchel-Orthese bei Verstauchung

Bei einem verstauchten Sprunggelenk scheinen Aircast-Schienen dem elastischen Verband überlegen zu sein. Das ergab eine aktuelle britische Studie mit 50 Patienten mit Bänderzerrungen im lateralen Sprunggelenksbereich.

Die Patienten mit moderaten und schweren Bandzerrungen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt die in Großbritannien übliche Standardbehandlung nach der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung) sowie einen elastischen Verband. In der anderen Gruppe bekamen die Patienten statt des Verbandes die Aircast-Schiene, also eine luftgepolsterte Knöchel-Orthese. Schmerzmittel und Unterarm-Gehstützen wurden nach Bedarf verordnet. Dr. Steve H. Boyce et al., Notfall-Ambulanz, Glasgower Victoria-Krankenhaus, beurteilten nach zehn Tagen und nach einem Monat die Knöchelfunktion. Dazu benutzten sie den Karlsson-Score mit acht Kategorien wie Schmerz, Schwellung, Instabilität oder Arbeitsfähigkeit. In beiden Gruppen verbesserte sich die Gelenkfunktion im Zeitverlauf. Sowohl nach zehn Tagen als auch nach einem Monat schnitten die mit der Orthese behandelten Patienten auf der 90-Punkte-Karlsson-Skala signifikant besser ab. Die separate Beurteilung der Schmerzen auf der zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) sowie des Knöchelumfangs im Vergleich zum gesunden Sprunggelenk ergab zwar keine signifikanten Unterschiede, jedoch einen Trend zugunsten der Schiene.

Keine Therapiestandards

Für laterale Bandverletzungen am Sprunggelenk gebe es keinen allgemein anerkannten Therapie-Standard, kritisiert Boyce. Manchmal werde operiert, manchmal das Sprunggelenk immobilisiert oder funktionell behandelt. Für die funktionelle Therapie spricht die bessere Mobilisation der Patienten und die rasche Rückkehr zu den Alltagsaktivitäten. Die Schienen sollen dabei das Gelenk stabilisieren und zugleich Beweglichkeit gewährleisten. Elastischen Verbänden wird allenfalls ein subjektives Sicherheitsgefühl zugesprochen.

MedAustria, Ärzte Woche 18/2005

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