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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Mit Stoßwellen gegen Fersenschmerz

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist bei vielen Patienten mit Fersenschmerzen (Plantarfasciitis) eine Option, bevor operiert werden muss, meinen amerikanische Orthopäden.

Ein US-amerikanisches Wissenschaftlerteam um Dr. John A. Ogden von der Skeletal Educational Association in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia legt Wert auf die Tatsache, dass bei der ­ESWT elektrohydraulisch erzeugte Stoßwellen verwendet werden müssen. Denn elektromagnetische Stoßwellen niedriger Energie hätten sich in früheren Studien als unwirksam erwiesen, so die Experten. Ogden et al. haben bei 293 Patienten mit seit mindestens sechs Monaten bestehenden und konservativ nicht zu beeinflussenden Fersenschmerzen randomisiert eine ESWT oder eine Scheinbehandlung angewendet (Placebo-Gruppe). Der Erfolg wurde in einer verblindeten Studienanordnung durch einen Mediziner beurteilt, dem nicht bekannt war, wer ESWT erhalten hatte und wer nicht. Von den 148 Patienten der Verum-Gruppe war die EWST bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten bei 67 Teilnehmern (47 Prozent) erfolgreich. Dabei war der Erfolg scharf definiert: Die mit einem Dolorimeter gemessenen Schmerzen auf der visuellen Analogskala mussten um mindestens 50 Prozent abgenommen haben, ebenso die Schmerzen bei der Selbsteinschätzung des Patienten. Zudem hatte die schmerzlose Gehstrecke zugenommen, und es waren zwischen der zehnten und zwölften Woche nach der Behandlung keine Analgetika eingenommen worden. In der Placebo-Gruppe gab ein Drittel der Patienten eine Verbesserung an.

Patienten waren zufriedener als Orthopäden glaubten

Dass viele Patienten auch mit einer weniger umfassenden Verbesserung zufrieden waren, als von den Orthopäden definiert, zeigte sich, als allen Studienteilnehmern eine erneute ESWT angeboten wurde. In der Placebo-Gruppe nahmen 85 Prozent das Angebot an, in der Verum-Gruppe hingegen nur etwa 60 Prozent. Von diesen Patienten profitierte jeweils wieder die Hälfte signifikant von der Behandlung. Insgesamt hielt der Therapieeffekt bei den meisten Patienten bis zum Studienende nach einem Jahr an. Unerwünschte Effekte oder eine Verschlechterung des Zustandes unter der Therapie wurden nicht beobachtet.

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