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Innere Medizin 4. Juli 2005

Vier Fragen können Morbus Bechterew entlarven

M. Bechterew wird im Mittel erst fünf bis sieben Jahre nach Symptombeginn diagnostiziert – eine Herausforderung für Rheumatologen und Hausärzte.

Als mögliche Gründe für die verspätete Diagnose gab Prof. Dr. Jürgen Braun, St. Josefs Krankenhaus, Herne, beim Internisten-Kongress in Wiesbaden an, dass Ärzte bei chronischen Rückenschmerzen zu selten an eine Spondylitis ankylosans denken, zu spät zum Rheumatologen überweisen und dass die pathognomonischen Veränderungen an den Sakro-Iliakal-Gelenken oft spät im Röntgenbild zu sehen seien. Anamnestisch sind mehrere Indikatoren für eine Frühdiagnose hilfreich, etwa die Tatsache, dass ein Mitglied der Familie bereits diese Erkrankung hat, was bei etwa einem Drittel der Patienten der Fall ist, sowie das gute Ansprechen auf nichtsteroidale Antiphlogistika mit einer Sensitivität von 80 Prozent. In einer Studie Brauns wurden 100 Patienten mit ankylosierender Spondylitis mit 100 Patienten verglichen, die an chronischen Rückenschmerzen anderer Genese litten. Dabei zeigte sich mit einer Sensitivität und Spezifität von 70 bis 80 Prozent, dass die Erkrankung vorliegen kann, wenn zwei von vier Symptomen erfüllt sind:

  • Morgensteifigkeit, die länger als eine halbe Stunde anhält,
  • Besserung durch Bewegung, aber nicht in Ruhe,
  • Aufwachen in der zweiten Nachthälfte wegen Schmerzen,
  • wechselnder Gesäßschmerz.

Die Diagnose wird schließlich durch radiologische Kriterien festgelegt. Hier hat sich die Frühdiagnostik durch die MRT erheblich verbessert. Bezüglich der Labordiagnostik sind nach Braun etwa 90 Prozent der Patienten mit ankylosierender Spondylitis HLA-B27-positiv, jedoch nur die Hälfte der Patienten hätten erhöhte Entzündungsparameter.

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