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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Risikoberatung für Brustkrebs

Frauen mit familiärer Vorbelastung fürchten sich besonders vor einem Mammakarzinom. Nun können sie ihr individuelles Risiko messen lassen.

Die Risikoberatung und Vorbeugung von Brusterkrankungen (IRIS) in Linz bietet verunsicherten Frauen nun die Möglichkeit, ihr individuelles Brustkrebsrisiko feststellen zu lassen. Der Chirurg Dr. Christoph Tausch hat die Beratungsstelle IRIS Mitte April 2005 eröffnet. Vor allem Frauen, die sich selbst als Risikopatienten einstufen, können dank spezieller Untersuchungsmethoden fachkundige und zuverlässige Information erhalten. Tausch: „Sehr viele Frauen sind aufgrund ihrer genetischen Disposition oder ihrer familiären Krankheitsgeschichte gefährdeter als andere. Ihnen muss man auch bei den Vorsorgeuntersuchungen besondere Aufmerksamkeit schenken, die üblichen Verfahren reichen in diesen Fällen nicht aus!“

Moderne Verfahren

Durch ein Einstufungsmodell/Berechnungsmodell wird herausgefiltert, in welcher Risikostufe sich die Patientin befindet. Zur Einstufung dienen unter anderem Familiengeschichte, Lebensstil und Genetik. Moderne Verfahren wie die Gewinnung von Zellen aus den Milchgängen durch eine Milchgangspülung oder die visuelle Milchgangsdarstellung geben zusätzlich Aufschluss darüber, ob sich unter den bei den Untersuchungen gewonnenen Epithelzellen auch Krebszellen befinden und ob bei der jeweiligen Frau die Tendenz vorhanden ist, einen Brustkrebs zu entwickeln. Die präzisen Verfahren ermöglichen eine exakte Abschätzung des individuellen Krebsrisikos.

Ergebnis bestimmt die weitere Vorgangsweise

„Nach dieser Einstufung wird die weitere Vorgangsweise bestimmt“, so Tausch. Je nach der Höhe des Risikos werden die weiteren Schritte und der Zeitraum, in dem sie durchgeführt werden sollen, mit dem Arzt besprochen. Tausch: „Es kann sein, dass bei einer Patientin das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, gering ist und es deshalb ausreicht, wenn sie einmal im Jahr eine traditionelle Vorsorgeuntersuchung absolviert. Bei anderen Patientinnen dagegen könnte sich herausstellen, dass die Tendenz zur Bildung von malignen Zellen so groß ist, dass eine medikamentöse Therapie (=Chemoprävention) notwendig ist. Allen Frauen wird auf Wunsch die Möglichkeit einer ganzheitlichen Vorbeugungsberatung angeboten.“ Der Linzer Chirurg richtet sich mit seinem neuen Angebot speziell an Frauen, in deren Familien Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs aufgetreten sind, an Patientinnen, die bereits einmal an Brustkrebs oder einer Vorstufe erkrankt waren und an Frauen, die eine erhöhte Belastung mit weiblichen Hormonen hatten, wie beispielsweise Frauen, die mehr als zehn Jahre zur Linderung von Wechselbeschwerden eine Hormonersatztherapie eingenommen haben.

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