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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Krebsinzidenz dient Evaluation von Screening-Programmen (Teil 14)

Die häufigste Krebserkrankung ist bei Frauen nach wie vor das Mammakarzinom, bei Männern das Prostatakarzinom. Die soeben veröffentlichte Publikation „Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Österreich“ bringt alle Daten in Bezug auf bösartige Tumorerkrankungen von 1983 bis 2001 in übersichtlicher Form.

Im Vergleich zu 1990 hat die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Männern leicht um 5,8 Prozent zu- und bei Frauen um 1,9 Prozent sogar leicht abgenommen. Insgesamt sind die Inzidenzen für Brust- und Prostatakrebs gestiegen, was die AutorInnen des Krebsregisters auf die vermehrt durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zurückführen. Die Effekte des Screenings bilden sich auch in der Mortalität ab: So blieb beim Prostatakrebs die Sterblichkeit nahezu unverändert, obwohl die Zahl der diagnostizierten Fälle rapide anstieg. Beim Brustkrebs ist sogar ein Rückgang der Mortalität zu verzeichnen. Obwohl Lungenkrebs bei Männern nach wie vor die häufigste Krebstodesursache ist, ist das Risiko, an einem Bronchuskarzinom zu erkranken, bei Männern in den vergangenen zehn Jahren stark gesunken. Hingegen ist das Lungenkrebsrisiko für Frauen im Zeitraum zwischen 1991 und 2001 um 26 Prozent gestiegen. Umgekehrt zeigt sich die Entwicklung beim Kolorektalkrebs, der bei den Frauen die zweit- und bei den Männern die dritthäufigste Lokalisation darstellt. Bei den Frauen sank die altersstandardisierte Rate in den vergangenen zehn Jahren um 10 Prozent, bei den Männern erhöhte sie sich um rund sieben Prozent. Magenkrebsrisiko sinkt bei Frauen und Männern Stark rückläufig ist bei beiden Geschlechtern die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle an Magenkrebs. Hier verringerte sich die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Frauen zwischen 1991 und 2001 um 39,1 Prozent und bei Männern um 43,5 Prozent. Die Publikation „Krebsinzidenz und Krebsmortalität“ ist für 10,00 Euro unter www.statistik.at erhältlich.

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