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Innere Medizin 4. Juli 2005

Was hilft bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit?

„Eine Erkältung dauert mit Medikamenten sieben Tage und ohne eine Woche“, heißt es. Medikamentös lassen sich aber die Beschwerden lindern und Komplikationen verhindern.

Grippale Infekte entwickeln sich immer langsam und betreffen in erster Linie die oberen Atemwege. Schwere Krankheitszeichen und hohes Fieber fehlen. Die Therapie verläuft symptomatisch. Schleimhautabschwellende Mittel sorgen für eine bessere Belüftung der Nase und der Nasennebenhöhlen und schützen so vor der Entwicklung einer Sinusitis. Dieser Prozess wird durch allergische Erkrankungen, Polyposis nasi und durch andere Wucherungen im Hals-Nasen-Bereich begünstigt. Kopfschmerzen und ein Druckgefühl zwischen den Augen, die sich meist beim Bücken verstärken, sind die ersten Warnzeichen. Antibiotika sind nur bei Komplikationen notwendig. Auch eine Pharyngitis ist meist viraler Natur. Nur bei Kindern im Schul- oder Vorschulalter sind bakterielle Infektionen häufiger. Halsschmerzen, die bis in die Ohren strahlen, Schluckbeschwerden, hohes Fieber, Hypersalivation, regionale Lymphknotenschwellung deuten zum Beispiel auf eine bakterielle Pharyngitis hin, die meist durch betahämolysierende Streptokokken A verursacht sind. In diesen Fällen können Antibiotika die Erkrankungsdauer verkürzen.

Welcher Hustensaft für wen

Grundsätzlich wird Husten ausgelöst, um Fremdkörper aus dem Tracheobronchialraum zu entfernen, so auch im Falle einer Rhinitis, wenn der im Nasenraum oder in den Nasennebenhöhlen produzierte Schleim in den Hypopharynx gerät. Bei Husten ist deshalb auch die Therapie mit vasokon­stringierenden Nasentropfen sinnvoll, bei vasomotorischer Rhinitis kommen Anticholinergika infrage. Produktiver Husten deutet auf das Vorliegen eines entzündlichen Prozesses hin. In diesem Fall sollte das Abhusten durch Mukolytika, Expektoranzien und durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt werden. Nur bei nicht produktivem Husten kann die vorübergehende Gabe von Antitussiva sinnvoll sein. Hält der Husten länger als drei Wochen an, ist eine weitere Abklärung erforderlich.

Grippaler Infekt oder Grippe?

Eine Influenza beginnt plötzlich wie aus heiterem Himmel, die Beschwerden verschlimmern sich äußerst schnell. Fieber bis zu 41 Grad Celsius, Frösteln, Schweißausbrüche, starke Muskel-, Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen und schwere Abgeschlagenheit kennzeichnen die Erkrankung. Schnupfen kommt dagegen nur manchmal vor. Neuraminidasehemmer können die Dauer der Erkrankung um ein bis zwei Tage verkürzen und Komplikationen vorbeugen, wenn sie binnen 48 Stunden nach den ersten Symptomen verabreicht werden.

Bewährte Hausmittel

Auch wenn die Wirksamkeit von Hausmitteln kaum in klinischen Studien bewiesen wurde, haben sich viele seit Generationen überlieferte Mittel bewährt. Neben den grundlegenden Prinzipien Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr haben auch Wadenwickel bei Fieber, heiße Getränke, Kamillendampf-Inhalationen und Nasenspülungen mit Kochsalz insbesondere bei leichten Erkältungen ihren Nutzen.

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