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Innere Medizin 4. Juli 2005

Bei Darmproblemen an Osteoporose denken

Die „Unterrepräsentanz der Osteologie in der Gastroenterologie“ beklagt OA Dr. Joachim Teichmann, Medizinische Klinik C des Klinikums Ludwigshafen.

Grundsätzlich ist ein Patient etwa mit chronischem Durchfall als osteologischer Risikopatient anzusehen. Auch Patienten nach abdominalchirurgischen Voroperationen entwickeln längerfristig häufig eine Osteoporose, besonders nach Billroth-II-Operation, nach einer Operation nach Whipple und bei einem Kurzdarmsyndrom.

Zusammenhänge suchen

Auch bei dem „vermeintlich einfachen Problem einer Dysphagie“ solle, so Dr. Teichmann, Ludwigshafen, außer an die Hauptursachen Speiseröhrentumor, Refluxkrankheit oder Hiatushernie daran gedacht werden, dass zwischen Hiatushernie und osteoporotischer Brustwirbelsäulenkyphose ein statistischer Zusammenhang besteht. Er weist darauf hin, dass die langfristige Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) durch Patienten ohne medizinisch klare Indikation immer auch an eine mögliche Osteoporose denken lassen sollte. Es genüge nicht, etwa einer Ulkusblutung nachzugehen, sondern durch Befragung und Untersuchung müsse auch nach einer bis dahin vielleicht nicht diagnostizierten Osteoporose gefahndet werden. In einer Untersuchung mit 74 Patientinnen im Alter von 52 bis 83 Jahren mit Ulkusblutung nach NSAR-Einnahme sei diese Therapie bei 55 Patientinnen ohne Kenntnis einer Diagnose oder Indikation erfolgt. 28 der Patientinnen hätten die Mittel ohne Wissen des betreuenden Arztes eingenommen. Bei 14 Frauen sei die Diagnose einer Osteoporose nach der Ulkusblutung erstmals gestellt worden. Eine einfache nativ-radiologische Untersuchung der Brust- und Lendenwirbelsäule der Frauen habe bereits genügt, die Verdachtsdiagnose einer bis dahin unerkannten Osteoporose zu stellen und in einem hohen Prozentsatz dieser Patientinnen in weiterführenden Untersuchungen auch zu bestätigen.

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