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Innere Medizin 4. Juli 2005

Stellenwert der medikamentösen Diabetesprävention

Aufgrund der drohenden Diabetesepidemie und deren gesundheitlichen und sozioökonomischen Konsequenzen sind laut Meinung von Experten effiziente Maßnahmen zur Prävention des Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) notwendig.

Pathophysiologisch steht bei Typ-2-Diabetes eine Insulinresistenz von Muskel, Leber und Fettgewebe im Vordergrund. Patienten mit Insulinresistenzsyndrom oder metabolem Syndrom mit den Teilkomponenten gestörte Glukosetoleranz (IGT), Adipositas, Dyslipidämie oder Hypertonie sind sicherlich die Hauptrisikogruppe für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes und daher auch primäre Zielgruppe der Diabetesprävention. Eine Verbesserung der Insulinresistenz lässt sich primär durch Lebensstilmodifikation wie vermehrter körperlicher Aktivität und Gewichtsreduktion erzielen. So wurde in der Diabetes Prevention Study (DPS) als auch im Diabetes Präventions Programm (DPP) eine eindrucksvolle Diabetesreduktion durch Lebensstilmodifikation dokumentiert. Rezente Studien zeigen, dass das erhöhte Risiko an T2DM zu erkranken auch medikamentös mit Antidiabetika (Diabetes Prevention Research Group, N Engl J Med 2002, STOP-NIDDM, Chiasson et al. Lancet 2002, Chiasson et al. JAMA 2003, TRIPOD, Buchanan TA et al. Diabetes 2002, Diabetes 2000) bzw. Antihypertensiva (CAPPP, Hansson L et al. Lancet 1999, HOPE, Sleight P et al. Lancet 2001) und Sartane (CHARM, Yusuf S et al. Lancet 2003), (Dahlof B et al. Lancet 2002) reduziert werden kann.

Statine zeigen Diabetes präventive Effekte

Die Effizienz von Statinen zur Vermeidung von kardio- und zerebrovaskulären Ereignissen wurde in verschiedenen Studien (WOSCOPS, West of Scottland Coronary Prevention Study und HPS, Heart Protection Study) untersucht. Mögliche Hinweise auf Diabetes-präventive Effekte zeigten sich in der WOSCOPS, Circulation 1998 und HPS, Lancet 2002. Prospektive Studien werden noch erforderlich sein, um diese Hinweise zu untermauern. Effekte von medikamentös unterstützter Gewichtsabnahme auf das Diabetesrisiko wurde in der XENDOS-Studie untersucht (Torgerson et al. Diabetes Care 2004).

Prof. Dr. Rudolf Prager, Ärzte Woche 23/2001

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