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Innere Medizin 4. Juli 2005

Kontrolle der Füße sollte Standard sein

Experten empfehlen, schon bei Jugendlichen die Füße regelmäßig zu untersuchen, um möglichen Komplikationen eines Diabetes vorzubeugen.

Schon bei Kindern und Jugendlichen, die immer häufiger an Diabetes Typ 1 erkranken, sollte die regelmäßige Kontrolle der Füße zum Standard gehören. Zudem sollten Ärzte bei jungen Diabetes-Patienten nicht mit Hinweisen zur Fußpflege sparen, auch wenn sie nicht über Beschwerden an den Füßen klagen. Das empfiehlt Prof. Wieland Kiess, Präsident der Deutschen Diabetesgesellschaft und Direktor der Leipziger Universitätskinderklinik. Er sieht sich dazu durch Ergebnisse einer Studie veranlasst, die seine Klinik im November 2004 abgeschlossen hat.

Häufiger Befund: Nagelbettentzündungen

In der Diabetes-Ambulanz der Leipziger Universitätskinderklinik hatten Pädiater die Füße von 93 zuckerkranken Kindern und Jugendlichen und ihrer davon nicht betroffenen Schulkameraden oder Geschwister genauestens inspiziert und nach zurückliegenden Nagelbettentzündungen gefragt. Von den an Diabetes erkrankten Kindern litten bereits 34 Prozent an einer Nagelbettentzündung oder erinnerten sich zumindest daran. In der etwa hundertköpfigen Vergleichsgruppe hatten nur 23 Prozent der Probanden solche Erfahrungen gemacht. Nach aktuellen Zahlen vom Europäischen Diabetes-Kongress sind in Deutschland als Folge des Diabetes jährlich immerhin mehrere tausend Amputationen erforderlich. Deshalb könne das Fazit der Studie zum diabetischen Fuß bei Jugendlichen nur lauten, so Kiess, dieser Entwicklung schon bei Jugendlichen durch häufige Fußkontrollen soweit wie möglich vorzubeugen.

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