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Innere Medizin 4. Juli 2005

Glukosetoleranzstörung bei Schwangeren

Prävention und rechtzeitiger Intervention in der Schwangerschaft kommt besondere Bedeutung zu.

Seit einigen Jahren wird der Zusammenhang zwischen einer mütterlichen Hyperglykämie und der Etablierung eines Diabetes mellitus vermehrtes Augenmerk geschenkt. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hat deshalb zu diesem Thema Leitlinien erstellt (siehe auch S. 30 und 32). Federführend war Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Klin. Abt. für Endokrinologie und Stoffwechsel, Univ.-Klinik für Innere Medizin III, AKH Wien: „Gesichert ist, dass eine mütterliche Hyperglykämie im 1. Trimenon mit einem höheren Risiko für die Entwicklung einer diabetischen Embryopathie, im 2. und 3. Trimenon für die Entwicklung einer diabetischen Fetopathie mit erhöhter Morbidität und Mortalität verbunden ist.“ Nach wie vor zur Diskussion steht, ob lediglich Frauen mit Risikofaktoren diabetologisch abgeklärt werden oder ein generelles Screening erfolgen soll. Fest steht, dass Frauen mit in der Schwangerschaft erstmals aufgetretener oder diagnostizierter Glukosetoleranzstörung (GDM) gegenüber Schwangeren mit normaler Glukosetoleranz ein höheres Risiko an perinataler Morbidität und Mortalität, eine höhere Rate an operativen Entbindungen und ein höheres Risiko, postpartal einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln, haben. So fordert die Leitlinie, Schwangere bei der Erstvorstellung beim Frauenarzt bezüglich ihres Risikos für GDM einzustufen (siehe Kasten). Die Methode der Wahl zur Diagnose eines Diabetes mellitus stellt der „75 Gramm orale Glukosetoleranztest“ (oGTT) dar. „Die ÖDG hat 130 mg/dl als primären Zielwert 1 Stunde postprandial gewählt, da dieser Wert in vielen Zentren in Österreich bereits etabliert war und auch den in zahlreichen Studien verwendeten Zielwerten entspricht“, erklärt Kautzky. Außerdem weisen gesunde Frauen mit normaler Glukosetoleranz üblicherweise kapilläre Blutglukose-Werte unter 110 bis 120 mg/dl postprandial auf. Werden mindestens zwei Blutglukose-Werte erreicht oder überschritten, liegt ein GDM vor, trifft das bei nur einem Wert zu, besteht eine gestörte Glukosetoleranz (GDM-IGT). Beide Stoffwechselstörungen werden gleich behandelt.

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