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Innere Medizin 13. November 2014

Die vielfältigen Aspekte der klinischen Rheumatologie

Liebe Leserinnen und Leser,


vor einem Jahr war an dieser Stelle von einem Jahrhundertsommer die Rede; auch heuer müssen wir wieder außergewöhnliche Wettersituationen zur Kenntnis nehmen, allerdings mit anderen Vorzeichen. Im Gegensatz zum Vorjahr würden wir uns heuer normalere Temperaturen wünschen. Gleich geblieben ist allerdings, dass nach der Sommerpause die alltägliche Hektik zurückkehrt. Die Mannschaft von Rheuma plus hofft einerseits eine interessante und praxisrelevante Auswahl an Themen getroffen zu haben und andererseits, dass Sie Zeit und Muße zum Durchlesen der aktuellen Ausgabe finden werden.

Im Namen aller an der Entstehung von Rheuma plus Beteiligten möchte ich zunächst einmal allen Autoren danken, dass sie sich der Mühe unterziehen ihre Beiträge zum Gelingen der einzelnen Ausgaben beizutragen. Besonders hervorzuheben ist dabei neben der Bereitschaft ohne finanzielle Abgeltung die Artikel zu verfassen auch das große Ausmaß an Disziplin, was den Abgabezeitpunkt der Manuskripte betrifft. So können wir auch diesmal Ihnen, liebe Leser, eine Ausgabe präsentieren, die mannigfaltige Aspekte der klinischen Rheumatologie beleuchtet und, wie wir hoffen, in der täglichen Praxis nützlich sein kann. Gregor Holak befasst sich mit der zweithäufigsten destruktiven entzündlichen Gelenkerkrankung, nämlich der Arthritis psoriatica und spannt dabei den Bogen von der Erstbeschreibung dieser Erkrankung im 19. Jahrhundert bis zu den neuesten therapeutischen Entwicklungen heute. Vitamin D – topisch auch bei Psoriasis vulgaris eingesetzt – kann man durchaus als in aller Munde und in allen Manuskripten befindliche Substanz bezeichnen. Gemäß den gültigen Labornormalwerten besteht in der Bevölkerung zu einem hohen Prozentsatz ein Vitamin D-Mangel. Die Bedeutung dieses Vitamins für den Knochenstoffwechsel und auch die Verbindungen zu Entzündungsprozessen beleuchtet Peter Peichl in seinem Artikel, der gute Gründe für die Substitutionstherapie aufzeigt. Über eine ursächliche Verbindung zwischen bakteriellen Infektionen und Gelenkbeschwerden, insbesondere Arthritiden, wird seit Jahrzehnten diskutiert und geforscht. Aktuelle Studien zeigen, dass auch die normalen Darmkeime, die residente Mikrobiota, großen Einfluss auf das Immunsystem und damit auch auf die Entstehung von Arthritiden haben können. Der Artikel von Corinna Geiger und Kollegen gibt einen Überblick über diese – man kann durchaus sagen heiße – Thematik.

Schmerzen sind es, welche die meisten PatientInnen dazu bewegen eine rheumatologische Praxis aufzusuchen. Erfolgreiche Behandlung von Schmerzen verbessert die Lebensqualität und macht die PatientInnen zufrieden, daher kann jede Möglichkeit zur Schmerztherapie unserer Zunft nur nützlich sein. Rudolf Likar beleuchtet eine in unseren Breiten nicht ganz unumstrittene Substanz, nämlich Cannabis, wobei viele Vorurteile wohl nicht pharmakologisch begründet sein dürften. In den USA ist „Hasch für Fibro“ durchaus gängig, in Europa ist diese Therapie nicht zugelassen. Wer kennt sie nicht, die Frage der PatientInnen: „Und, kann ich mit der Ernährung was machen?“. Obwohl nachweislich die Disziplin bei der Einhaltung von Diäten eigentlich verschwindend gering ist, wünschen sich alle Betroffenen diätetische Maßnahmen, man hat den Eindruck je schwerer die Erkrankung desto nachdrücklicher. Gabi Eichbauer-Sturm räumt in eindrucksvoller Weise mit Halbwahrheiten und Mythen bezüglich diätetischer Maßnahmen bei rheumatischen Erkrankungen auf und liefert dabei auch noch kulinarisch wertvolle Tipps. Last but not least stellt Adil Maktari in der Reihe „Aus der Praxis“ eine seltene, aber doch relevante Erkrankung vor, nämlich die hämophile Arthropathie, die bei entsprechender Disposition in differentialdiagnostische Überlegungen einbezogen werden sollte. Zum Schluss möchten wir Sie, wie immer, herzlich dazu einladen, uns Beiträge zu allen rheumatologischen Themen, die Sie für relevant oder diskussionswürdig halten, zu schicken; dabei können Sie auf einen fairen Review mit entsprechendem Feedback vertrauen.

Wie immer, sage ich für Kritik, Hinweise, Zustimmung und für jeden anderen Beitrag auch schon im Voraus: Danke.

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