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Innere Medizin 4. Juli 2005

...und quälend juckender "Seabather's itch"

Schwimmen in tropischen Gewässern hat mitunter seine Tücken: Die "Seabather´s itch" zum Beispiel, durch Nesselkapseln ausgelöste quälende Papeln auf der Haut, trifft nach Schätzungen jährlich Tausende Badelustige allein in den USA.

Mit diesem Karibik-Souvenir sind jetzt auch zwei Stewardessen und der Kapitän einer deutschen Fluggesellschaft nach Deutschland zurückgekehrt. Nach einem Zwischenstopp auf den westindischen Inseln und einem Bad in der Karibik begann während des Rückfluges die Haut der Crewmitglieder plötzlich stark zu jucken. Wie Professor Sawko W. Wassilew aus Krefeld auf dem 1. Symposium Reise- und Tropenmedizin in Frankfurt am Main berichtet hat, wurde der Pruritus einen Tag darauf derart unerträglich, dass sie nicht mehr weiter an Board arbeiten konnten. Der Zustand der Haut verschlimmerte sich zusehends, ihr Körper war übersät mit heftig juckenden Knötchen. Eine Eigentherapie mit Antihistaminika und Kortikoidsalbe nützte nichts.

Aufgrund der typischen, häufig beschriebenen, einer Stichreaktion ähnlichen, quälenden Papeln diagnostizierte der Krefelder Dermatologe eine "Seabather´s itch". Die Knötchen, auch "Seabather´s eruption" genannt, werden von dem Nesselkapseln der Larven von See-Anemonen verursacht. Unter bestimmten Witterungsbedingungen werden viele Millionen dieser Larven von den Korallentieren ins Meer ausgestoßen. Wassilew: "Und dann schwimmen Menschen nichtsahnend wie unsere Flieger in den Larvensud hinein. 24 bis 48 Stunden danach entstehen die Effloreszenzen." Wie nach Angaben des Dermatologen bei wenigen Stich-Reaktionen üblich, ist eine intrafokale Steroid-Behandlung bei dieser Menge Papeln nicht möglich. Wassilew hat die Patienten deshalb oral mit 50 Milligramm Prednisolon pro Tag über einen Zeitraum von sieben bis zehn Tage behandelt. "Das muss man energisch ohne zu zögern machen: Bei einzelnen Knötchen intrafokal mit Glukokortikoid-Kristallsuspension, bei fast generalisiertem Auftreten oral." So geheilt, konnte das Team wieder fliegen.

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