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Innere Medizin 4. Juli 2005

Reisetipps: Weniger ist mehr

Fernreisenden müssen natürlich auch Tipps und Verhaltensregeln mitgegeben werden, damit sie gesund bleiben. Doch hier werde oft zu viel des Guten getan, meinte der schwedische Reisemediziner Professor Lars Rombo aus Eskiltuna im Rahmen des Reisemedizinkongresses in Innsbruck.

Information wiegt schwer

Fünf einfache Grundregeln reichten aus, sie deckten alle Eventualitäten ab. "Der Wert der einzelnen Ratschläge sinkt, wenn Sie zu viele geben", so der Reisemediziner, der in Schweden für die offiziellen Empfehlungen für Reisende mitverantwortlich ist.

Denn Information wiege schwer, man könne immer nur kleine Päckchen davon tragen. Tipps, die man Ferntouristen mit auf die Reise gibt, sollten sich ausschließlich auf Situationen beziehen, die grundsätzlich verschieden vom Heimatland sind. Und sie sollten keine Verbote enthalten, sondern positiv formuliert sein. Man solle den Reisenden den Urlaub nicht schon vorher verderben, sagte Rombo.

Rombos erste Regel ist: "Fahren Sie im Zielland nicht Motorrad". Und Regel Nummer zwei ist: "Gehen Sie nicht im Meer schwimmen, wenn die rote Fahne oben ist." Das möge sich zwar banal anhören, aber die bei weitem meisten Todesfälle im Ausland passieren bei Verkehrs- oder Badeunfällen. Man ist im Urlaub oft leichtsinnig, und Touristen können weder den Verkehr im Reiseland einschätzen, noch, wie gefährlich das Meer wirklich ist. Die nächsten zwei Regeln richtet Rombo explizit an die Mediziner: "Empfehlen Sie nichts, an das Sie sich nicht auch selbst halten würden!"

Alles aufschreiben!

Und schließlich die fünfte und wichtigste Grundregel für die Reisenden: "Benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand". Das decke wirklich alles ab. Hierunter fällt zum Beispiel auch Rombos Empfehlung zur Nahrungsmittel-Hygiene: "Essen Sie nur das, was gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt, alles andere lassen Sie liegen."

Rombos letzter Tipp: Es ist sinnvoll, das, was man Reisenden sagt, ihnen auch noch schriftlich mitzugeben.

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