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Innere Medizin 14. Juli 2005

Fieber nach Tropenurlaub

Viele Tropenurlauber kommen vom Urlaub mit Fieber zurück oder fangen nach der Reise zu fiebern an. Auslöser für den Temperaturanstieg kann ein Virusinfekt, aber auch eine gefährliche Malaria tropica sein.

Fieber ist ein häufig auftretendes Symptom, während und nach Reisen in tropischen und subtropischen Ländern. Etwa 15 Prozent der Patienten, die Tropeninstitute wegen Fieber aufsuchen, kann eine tropentypische Ursache nachgewiesen werden, von diesen führt die Malaria mit fast 50 Prozent die Liste an. Der Mehrzahl der importierten fieberhaften Erkrankungen liegt eine unspezifische Infektion des Magen-Darm-Trakts, eine Atemwegsinfektion oder andere ubiquitär verbreitete Infektionen zugrunde. Die Anamnese ist meist richtungsweisend für den initialen Krankheitsverdacht wie auch für die Differenzialdiagnose. Fragen nach dem Reiseland, der Reisedauer, dem Reisestil geben schon entscheidende Hinweise. Endemiekarten sind unter www. who.int oder www.cdc.gov/ travel abrufbar. Mit der Frage, wann die Symptome aufgetreten sind, kann auch einiges aufgrund der bekannten Inkubationszeiten ausgeschlossen werden.

Abgegrenzte Inkubationszeiten

Die meisten bakteriellen Infekte haben wie Virusinfektionen eine klar begrenzte Inkubationszeit (IKZ). Bei Viren liegt sie zwischen einer bis drei Wochen, bei bakteriellen Darminfektionen zwischen wenigen Stunden bis zehn Tagen. Bei Lues, Lyme-Borreliose und Mykobakterien (TBC, Lepra) sind variable IKZ bis zu mehreren Monaten möglich.
Auch bei einem parasitären Befall ist die Inkubationszeit sehr verschieden und kann Monate bis Jahre betragen. Weiters sollte nach durchgeführten Vorbeugemaßnahmen wie Impfungen und Medikamenten gefragt werden. Auch ob Insektenstiche bemerkt wurden, ob in Süßwasser gebadet wurde, was gegessen wurde und ob Sexualkontakte gepflegt wurden, sollte gefragt werden.
Die Malaria manifestiert sich klinisch frühestens fünf Tage nach der Infektion, meist nach ein bis vier Wochen, gelegentlich auch erst nach Monaten. Bei der Malaria quartana und tertiana kann es auch nach Jahren zu einem Rezidiv kommen. Die rasche diagnostische Klärung einer fieberhaften Erkrankung nach Aufenthalt in Malariagebieten ist wegen der Häufigkeit und Gefährlichkeit dringend angeraten. Fieberverlauf und -typ sind wegen Selbstbehandlungen der Patienten häufig schwer verwertbar. Ein Malariaverdacht besteht immer bei fiebernden Reisenden aus Endemiegebieten bis zum gegebenenfalls mehrfachen Gegenbeweis.

Malarianachweis

Jeder Malariaverdacht ist als Notfall zu werten, deshalb sollte umgehend das Blut von einem erfahrenen Labor untersucht werden. Unabhängig von negativen Ergebnissen muss der Plasmodiennachweis in sechs- bis zwölfstündigem Rhythmus versucht werden. Die Basisuntersuchungen bei Patienten mit Fieber nach einem Tropenurlaub werden in der untenstehenden Tabelle angegeben. Ein Tropenurlaub ohne oder mit unvollständiger Malariaprophylaxe, sowie eine ein- bis vierwöchige IKZ sind Hinweise für Malaria. Die Patienten haben meist ein hohes Fieber mit Schüttelfrost. Im Blutbild zeigt sich häufig eine Thrombozytopenie mit normaler oder erniedrigter Leukozytenzahl und erhöhtem LDH.

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber hat eine IKZ von fünf bis fünfzehn Tagen, die Patienten kommen meist aus Südostasien oder auch der Karibik. Das Fieber beginnt akut und mit hohen Temperaturen und hat einen sattelförmigen Verlauf. Die Patienten können ein makulopapulöses Exanthem aufweisen und haben ausgeprägte Kopf-, Glieder- und Gelenksschmerzen ("Break Bone Fever"). Im Blutbild zeigt sich eine Thrombo- und Leukopenie. Die akute Krankheitsdauer beträgt zwei Wochen. Die Rekonvaleszenz ist individuell und kann mit depressiver Verstimmung einhergehen. Symptomatische Therapie erfolgt mit Novalminsulfon und Paracetamol.
Bei Patienten, die nicht schwer erkrankt sind und bei denen Klinik und Befund keine Hinweise auf ernsthaftere Erkrankungen ergeben, kann der weitere Verlauf unter entsprechender Beobachtung abgewartet werden. Bei schwer verlaufenden und bedrohlichen Erkrankungen ist eine stationäre Behandlung angezeigt. Das gilt auch für die unkomplizierte Malaria tropica.

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