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Innere Medizin 14. Juli 2005

Bilharziose - Wurmeier verursachen die Symptome

Würzburg. Schistosomiasis - so lautet der nur schwer auszusprechende Name einer chronischen Infektionskrankheit, hervorgerufen durch kleine Saugwürmer, den Schistosomen. Doch nicht nur die Bewohner der Endemiegebiete in Afrika, Südamerika und Asien sind gefährdet. Immer wieder bringen Touristen den Pärchenegel als Reiseandenken aus ihrem Urlaub mit nach Haus. Dr. Bernd Köhler von der Universität Würzburg rät dem Hausarzt: An eine Schistosomiasis denken und explizit nach einer Ansteckungsmöglichkeit fragen, wenn ein europäischer Weltenbummler über Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit klagt.

Entdeckt wurden die Schistosomen Mitte des 19 Jahrhunderts von dem deutschen Arzt Theodor Maximillian Bilharz. Nach ihm hat die Krankheit auch ihren zweiten Namen bekommen: Die Bilharziose.

"Diese Erkrankung betrifft hauptsächlich Menschen, die am Wasser, mit dem Wasser oder vom Wasser leben, wie zum Beispiel die Fischer am Viktoriasee in Tansania", sagte Köhler beim 20. Tropenmedizinischen Colloquium in Würzburg. Zur Zeit seien über 200 Millionen Menschen in 77 Ländern an der Bilharziose erkrankt, zehn Prozent davon haben schwere Krankheitssymptome, so Köhler. Auffällig sei dabei, dass oftmals die Symptome erst längere Zeit nach der Infektion auftreten. Außerdem "entwickelt ein Teil der Erkrankten keine Krankheitszeichen, was zu einer Unterschätzung der Krankheit führt", bemerkte Köhler.

Krank machten bei der Schistosomiais die Eier, und nicht die adulten Würmer, so der Tropenmediziner. Um die Eier bilden sich Granulome, die durch Verdrängungseffekte für die Symptome verantwortlich seine. Je nachdem, wo die Eier sitzen, hat der erkrankte Mensch Symptome (siehe Kasten). Die Eier gelangen mit dem Stuhl oder Urin nach draußen, wo sie zur Weiterentwicklung einen Zwischenwirt, die Süßwasserschnecke Oncomelania brauchen. In dieser Schnecke reifen die Eier zu Zerkarien heran, die wieder ins Wasser gelangen und andere Menschen infizieren können. Das geschieht, indem sie sich innerhalb von Minuten durch die Haut bohren.

"Die Schistosomiasis ist ein wichtiges Krankheitsbild vor allen der Kinder in südlichen Ländern", fasst Köhler zusammen. In manchen Afrikanischen Dörfern liegt die Durchseuchung der Kinder sogar bei 100 Prozent. Doch viele europäische Touristen seien so unvernünftig, zusammen mit ihren Kindern im Viktoriasee schwimmen zu gehen und sich so einem Infektionsrisiko auszusetzen, so Köhler.

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