zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 4. Juli 2005

Fernreisen im Winter: Malaria-Gefahr unterschätzt

Rund 100 Malariafälle treten jedes Jahr in Österreich auf. Einige davon enden tödlich. Betroffen sind in der Regel Fernreisende, die auf eine Malaria-Prophylaxe gänzlich verzichten oder diese nicht richtig eingenommen haben. Besonders gefährlich ist die Malaria tropica. Bleibt diese nämlich innerhalb der ersten 24 - 48 Stunden unbehandelt, führt sie meist zum Tod.

Unmissverständlich fällt der Appell von DDr. Martin Haditsch vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie am Krankenhaus der Elisabethinen in Linz aus: „In Malaria-Hochrisikogebieten ist eine Chemoprophylaxe unverzichtbar!“ Die Malaria kommt vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, Afrikas und Asiens vor und fordert weltweit mehr als eine Million Todesopfer pro Jahr. Übertragen wird sie durch den Stich der Anopheles-Mücke. Die Malariaerreger gelangen nach dem Stich über den Blutweg in die Leber, vermehren sich dort und befallen in weiterer Folge die roten Blutkörperchen. Typische Symptome sind plötzlich auftretendes hohes Fieber und Schüttelfrost.

Chemoprophylaxe bietet besten Schutz

Da es sich insbesondere bei der Malaria tropica um eine lebensbedrohende Erkrankung handelt, ist der rasche Einsatz der richtigen Therapie lebenswichtig. Bleibt eine Malaria tropica innerhalb der ersten 24–48 Stunden unbehandelt, endet sie meist tödlich. Haditsch warnt davor, die Ansteckungsgefahr mit Malaria bei Fernreisen im Winter zu unterschätzen: „In den tropischen Regionen Afrikas, aber auch in manchen Regionen Ozeaniens besteht das ganze Jahr über ein hohes Risiko für eine Ansteckung mit dem Malaria-Erreger.“ Neben der Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) rät DDr. Haditsch dazu, sich zusätzlich vor den Mückenstichen zu schützen.
„Die Basis jeder Malariavorsorge muss der konsequente Schutz vor Mückenstichen, beispielsweise durch entsprechende Kleidung, Insektenschutzmittel oder Moskitonetze bilden“, unterstreicht der Experte. Seit Jahren hat sich die Kombination der Wirkstoffe Atovaquon und Proguanil-Hydrochlorid (Malarone® und Malarone® junior) sowohl in der Prophylaxe als auch in der Therapie der Malaria bewährt. Bei korrekter vorbeugender Einnahme konnte eine Wirksamkeit von 98 Prozent nachgewiesen werden. Internationale Studie bestätigt gute Verträglichkeit
Einer der wesentlichen Vorteile der Substanz liegt in der kurzen Einnahmedauer. Die Tabletten werden einen Tag vor der Einreise, täglich während des gesamten Aufenthalts und lediglich weitere sieben Tage nach der Ausreise aus dem Malariagebiet (mit fetthaltiger Speise/Milchgetränk) eingenommen. In einer Studie von PAUL et al. (2003) vom „Defence and Civil Institute of Environmental Medicine“, Toronto, wurden Atovaquon und Proguanil-Hydrochlorid (Malarone® und Malarone® junior) hinsichtlich Neben- wirkungen mit Schwerpunkt auf psychomotorische Effekte getestet.
Weder während der siebentägigen Einnahmedauer, noch während der anschließenden dreiwöchigen Wash- out-Phase wurden klinisch relevante Nebenwirkungen beobachtet. Insbesondere wurden weder die Stimmungslage, der Wachheitsgrad der Untersuchten, noch deren psychomotorische Leistungsparameter, die in verschiedenen Aufgabenstellungen getestet wurden, durch die Einnahme des Medikaments beeinflusst.
Um auch Kinder effektiv vor Malaria zu schützen, gibt es ein eigenes Malaria-Medikament für Kinder (Malarone® junior). Aus Österreich reisen jährlich zirka 20.000 Kinder in Malariagebiete. Mit dem neuen Medikament können sie nun erstmals eine für ihr jeweiliges Körpergewicht adäquate Prophylaxe erhalten.

Erste Malariaprophylaxe

für Kinder Das Präparat unterscheidet sich in seiner Einnahmedauer und Wirkung nicht vom Malaria-Medikament für Erwachsene, ist jedoch bezüglich der Wirkstoffmengen für ein Körpergewicht von elf bis 40 Kilogramm konzipiert.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben