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Innere Medizin 30. Juni 2005

Schlafapnoe fördert Bluthochdruck

Spanische Wissenschafter haben erstmals bewiesen, dass eine Schlafapnoe zu Bluthochdruck und der doppelten Gefahr für Herz- Kreislauf-Erkrankungen führt. Sie stellten ihre Ergebnisse beim Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen in Wien vor.

"Obstruktive Schlafapnoe ist ein unabhängiges Risiko für Bluthochdruck. Auch wenn man in der Auswertung das Alter, das Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und Fitness der Testpersonen berücksichtigt, zeigt sich in unserer Studie ein Zusammenhang, der mit dem Schweregrad der Atemstörungen im Schlaf zunimmt", erklärte Dr. Joaquin Duran Cantolla von der Abteilung für Schlafstörungen am Txagorritxu-Spital in Vitoria im Baskenland in der Zusammenfassung seines Vortrages. Die spanischen Wissenschafter führten eine Untersuchung nach den härtesten Methoden der medizinischen Statistik durch: 1.050 Männer im Alter zwischen 30 und 70 Jahren wurden aufgenommen. Nach acht Jahren konnten immerhin noch die Daten von 91 Prozent der Probanden erhoben und analysiert werden.
Am Beginn hatten 22,6 Prozent der Testpersonen einen erhöhten Blutdruck über 140/90 mmHg.

Sauerstoffmangel als Ursache der Hypertonie

9,8 Prozent wiesen einen stark erhöhten Blutdruck auf (mehr als 160/100 mmHg). Innerhalb von acht Jahren hatten sich diese Prozentsätze auf 45,8 beziehungsweise 27,7 Prozent erhöht.
Doch als die Experten die Häufigkeit eines Bluthochdrucks mit der Häufigkeit einer Schlafapnoe verglichen, entdeckten sie eindeutige Zusammenhänge: Jene Männer, welche nicht oder kaum an diesen Symptomen litten, wiesen ein um 30 Prozent geringeres Hypertonie-Risiko auf.
Auf der anderen Seite trat neu erkannter Bluthochdruck bei den Testpersonen mit Schlafapnoe doppelt so häufig auf als unter den Männern ohne diese Probleme.
Noch wichtiger als der Bluthochdruck ist das Risiko, eine Herz- Kreislauf-Erkrankung zu bekommen: Die Männer mit Schlafapnoe hatten nach acht Jahren Beobachtungszeit zu 12,6 Prozent ein solches Leiden. Sie hatten einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten oder wiesen Angina pectoris oder andere Symptome auf.
Hingegen litten nur 3,6 Prozent der Männer ohne Schlafapnoe an solchen Krankheiten. Das bedeutete eine Steigerung um das 3,5-Fache.
Die Ursache für die Verbindung zwischen dem kurzfristigen Aussetzen der Atmung und der Entstehung eines Bluthochdrucks dürfte in dem immer auftretenden Sauerstoffmangel liegen, der durch die Schlafapnoe hervorgerufen wird.
Wahrscheinlich stellt der erhöhte Blutdruck eine körpereigene Gegenregulation dar, um die Sauerstoffversorgung des Gehirns aufrechtzuerhalten. 

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