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Innere Medizin 4. April 2006

Lungenkrank? Ab ins Fitness-Center!

Die pneumologische Rehabilitation ist eine nachweislich hochwirksame und sichere Methode, um bei Patienten mit fortgeschrittener COPD und anderen Lungenerkrankungen die oft hochgradig verminderte körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. So können Invalidität und Pflegebedürftigkeit vermieden oder zumindest verzögert werden. Die Selbständigkeit und Lebensqualität der betroffenen Patienten nimmt deutlich zu.

Tabakrauchen ist international die häufigste vermeidbare Ursache von Krankheit und frühzeitigem Tod. Im Jahre 1990 war COPD noch weltweit die sechsthäufigste Todesursache, im Jahr 2020 wird sie bereits an dritter Stelle liegen. Die einzige kosteneffiziente Maßnahme zur Vorbeugung der chronisch obstruktiven Bronchitis ist laut OA Dr. Irmgard Homeier, 2. Interne Lungenabteilung, Otto-Wagner-Spital, Wien, die Raucherentwöhnung.
Homeier: ?ie Behandlung der Tabakabhängigkeit beinhaltet einzelne oder kombinierte verhaltenstherapeutische und medikamentöse Maßnahmen im Sinne eines kurzen Rats, einer Beratung oder intensiven Unterstützung und Verordnung von Medikamenten, wie zum Beispiel Nikotinersatztherapie oder Bupropionhydrochlorid, welches als Zyban® im Handel ist.?br> In Österreich leiden derzeit etwa 200.000 Menschen an chronischer Bronchitis. Bei einem Fünftel dieser Patienten ist die COPD so weit fortgeschritten, dass sie als Zielgruppe für eine pneumologische Rehabilitation gelten. Besondere Ansprechpartner in dieser Zielgruppe sind jene etwa 7.000 Menschen, die jährlich neu zu dieser fortgeschrittenen COPD-Gruppe stoßen.
Rechnet man, dass ein Rehabilitationszentrum durchschnittlich 50 Patienten betreuen kann, und nimmt man als Dauer für die ambulante Rehabilitation ein Jahr an, so sind etwa 70 Zentren für ganz Österreich erforderlich.
Patienten nehmen Organleiden über funktionelle Veränderungen wahr. Wie Patienten ihre Leiden empfinden und erleben, hängt laut Prim. Dr. Herwig A. E. Schinko, Abteilung für Lungenkrankheiten, Krankenhaus der Stadt Linz, von individuellen Empfindlichkeiten, dem vorhandenen Krankheitsverständnis und Krankheitskonzeptionen ab. Allein die Synopsis von Organpathologie, funktioneller Störung sowie psychischer und psycho-sozialer Reaktion wird dem Krankheitserleben eines Patienten gerecht.
Die Mobilität und das individuelle Leistungsvermögen kann mittels 6-Minuten-Gehtest beurteilt werden. Er hat ähnlich wie der Sauerstoffverbrauch pro Minute pro Kilogramm Körpergewicht prognostische Bedeutung, korreliert mit dem subjektiven Leistungsempfinden und ist intraindividuell äußerst wertvoll beim Vergleich des Zustandes vor bzw. nach einem Training, vor bzw. nach Rehabilitation.
Das Ziel von Rehabilitationsprogrammen in der Pneumologie ist die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Training als Grundlage der Reintegration sowie einer weiteren Verbesserung der Lebensqualität durch Patientenschulung, Atemschulung und Ernährungsberatung. Voraussetzung ist eine optimale medikamentöse Einstellung. Die Indikation zur Rehabilitation ist die eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Sie ist unabhängig vom Alter des Patienten und der Art der pulmologischen Erkrankung.
Training hat in allen Studien zu einer Verbesserung der spezifischen Leistung je nach Trainingsform geführt, auch wenn die Erkrankung selbst nicht durch Training beeinflussbar ist.
Die Durchführung des Trainings ist für alle Arten von chronischen Lungenerkrankungen gleich.

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