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Innere Medizin 30. Juni 2005

COPD: Herausforderung für das Gesundheitswesen

Die COPD ist in den westlichen Industriestaaten jene Todesursache mit der höchsten Zuwachsrate. Nur die rechtzeitige Diagnose und geeignete Therapiemaßnahmen können die Lebensqualität der Betroffenen steigern.

"Lag die COPD 1990 noch an sechster Stelle der globalen Todesursachen, wird sie Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2020 weltweit zur dritthäufigsten Todesursache direkt hinter kardiovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfälle vorrücken", präsentierte Prof. Bartolome Celli, St. Elizabeth Medical Center, Boston, auf das Jahr 2020 projizierte Daten im Rahmen der 13. Jahrestagung der European Respiratory Society in Wien.
Das weitere Ansteigen der Prävalenz ist hauptsächlich auf die gesteigerte Exposition von Risikofaktoren, allen voran das Rauchen, zurückzuführen. Die Dunkelziffer betroffener Patienten liegt jedoch weltweit sehr hoch. Ursachen sind häufig das Nicht-Erkennen oder Missdeuten von Symptomen in frühen Stadien der Erkrankung.

Korrekte, rechtzeitige Diagnosestellung

"Vorraussetzung für ein geeignetes COPD-Management ist jedoch die korrekte, rechtzeitige Diagnosestellung", mahnte Prof. David Price, GPIAG, Primary Care Respiratory Medicine, University of Aberdeen.
Wesentlich sei die Differenzialdiagnose von COPD und Asthma. Für Price ist die häufige Fehldiagnose Asthma überraschend, denn: "Die Schlüsselmerkmale der beiden Erkrankungen sind doch bemerkenswert unterschiedlich. Während Asthma hauptsächlich in jüngerem Lebensalter (unter 40) auftritt, zeigt sich bei COPD eine deutliche kontinuierliche Zunahme der Prävalenz jenseits dieser Altersgrenze. Findet sich bei COPD-Patienten meist eine positive Raucher-Anamnese, ist diese bei Asthma seltener zu beobachten. Auch die Symptome differieren. Sprechen Husten und Sputum für das Vorliegen einer COPD, deutet exspiratorisches Pfeifen auf ein Asthma hin. Ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist auch die nicht vollständige Reversibilität der Lungenfunktionseinschränkung bei COPD im Gegensatz zu Asthma."
Der Einsatz der Spirometrie stellt einen der wesentlichsten Schritte bei der Diagnosestellung der COPD dar, wie Daten einer Arbeit von van Schayeck CP et al. unterstreichen. Die richtige Diagnosestellung ist unter anderem deshalb so wichtig, da es effektive und hilfreiche Therapiemöglichkeit bei COPD gibt. Celli: "Die Verfügbarkeit speziell für COPD entwickelter Medikamente wie Tiotropium bringt für Patienten in allen Stadien der Krankheit Vorteile."
Tiotropium (Spiriva®) bietet erstmals die Möglichkeit einer einmal täglichen inhalativen Therapie der COPD durch verlängerte anticholinerge M3-Rezeptor-Blockade. Es wurde daher speziell für die Dauerbehandlung der COPD entwickelt. Die COPD-Guidelines der GOLD-Initiative positionieren Tiotropium als First-Line-Dauertherapie bei COPD. Klinische Studien mit einer Behandlungsdauer von einem Jahr belegen, dass Tiotropium einen klinisch relevanten Benefit bei COPD bringt.
Im Vergleich mit Ipratropium kam es zu einer Abnahme der Dyspnoe, einer Verbesserung der Lungenfunktion, Reduktion der Exazerbationsrate, Zunahme der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, gemessen mit Hilfe des St. George’s Respiratory Questionnaire (SGRQ) sowie Reduktion der Hospitalisierungsrate.

Quelle: Pressekonferenz der Firma Boehringer Ingelheim im Rahmen der 13.Jahrestagung der European Respiratory Society am 29. September 2003 in Wien

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