zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Der neue Konsensus

Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie präsentierte heuer die revidierte Fassung ihrer Richtlinien aus dem Jahr 1999 zu Diagnose und Therapie von Asthma bronchiale bei Erwachsenen.

Die Neufassung des österreichischen Asthma-Konsensus orientiert sich vor allem an den Richtlinien der „Global Initiative on Asthma“ (GINA). Eine wesentliche Neuerung stellt die wesentlich exaktere Definition der Therapieziele bei Asthma bronchiale dar:

  • Verhinderung einer Verschlechterung des Asthmas
  • Erzielung der bestmöglichen Lebensqualität durch Minimierung der Symptome und Erhaltung einer für die Bewältigung des täglichen Lebens ausreichenden Leistungsfähigkeit
  • Verhinderung von Exazerbationen, Notfällen und Hospitalisierung
  • Minimierung der erforderlichen Reliever-Medikation
  • Optimiertes Selbstmanagement
  • Medikamentöse Therapie mit möglichst geringen Nebenwirkungen

Bei der Einteilung nach Schweregraden wurde die intermittierende Form beibehalten, das persistierende Asthma jedoch in drei statt bisher zwei Schweregrade eingeteilt: leicht, mittelschwer und schwer.

  • l Intermittierend: typische Asthmasymptome wie Atemnot, Husten, Brustenge und Giemen tagsüber weniger als zweimal pro Woche, FEV1 > 80 Prozent
  • Persistierend leicht: typische Asthmasymptome weniger als einmal täglich, FEV1 > 80 %
  • Persistierend mittelschwer: typische Asthmasymptome täglich, FEV1 60 bis 80 %
  • Persistierend schwer: typische Asthmasymptome ständig beziehungsweise nächtliche Beschwerden, FEV1 < 60 %

Für die medikamentöse Behandlung des Asthma bronchiale kommen Bronchodilatatoren (Reliever) und Entzündungshemmer (Controller) zum Einsatz. In die Gruppe der Reliever gehören kurz wirksame Beta-2-Agonisten (SABA), wie Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin, lang wirksame Beta-2-Agonisten, wie Formoterol und Salmeterol sowie inhalierbare Anticholinergika, wie Ipratropiumbromid. In die Gruppe der Entzündungshemmer (Controller) fallen Kortikosteroide, wie Beclometason, Budesonid, Flunisolid und Fluticason, sowie Leukotrienantagonisten, wie Montelukast, und Theophylline.

Prinzipien der medikamentösen Asthmatherapie:

  • Symptomatische Therapie mit Bronchodilatatoren (Reliever), bei intermittierendem Asthma als Bedarfsmedikation
  • Bei allen Schweregraden des persistierenden Asthmas frühzeitiger Einsatz von Entzündungshemmern (Controller)
  • Therapeutisches Vorgehen nach dem Prinzip des „Step up“ und „Step down“ l Stationäre Aufnahme bei sehr schwerem persistierendem Asthma (Status asthmaticus) oder bei akuten schwer beherrschbaren Asthmaanfällen, bei Bedarf assistierte oder kontrollierte Beatmung.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben