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Innere Medizin 30. Juni 2005

Ältere Tbc-Kranke haben oft nur leichten Husten

Berlin. Anders als in Entwicklungsländern und bei Migranten ist die Tuberkulose in den westlichen Industrieländern zunehmend eine Erkrankung älterer Menschen. Allerdings: In dieser Altersgruppe ist die Diagnose durch eine untypische Symptomatik erschwert, und auch die Therapie kann sich durch ein vermehrtes Nebenwirkungspotenzial der Tuberkulostatika als schwierig erweisen.
Darauf wies Dr. Caesar Saltini aus Rom hin. Bis auf kleinere Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen handele es sich bei der Tuberkulose älterer Menschen meist um eine Reaktivierung und nicht um eine Neuinfektion, sagte der Pneumologe. Erklärt werde dies durch eine Abnahme der TB-Immunität mit zunehmendem Alter. Als Risikofaktoren für die Reaktivierung nannte Saltini Grunderkrankungen wie KHK, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Diabetes und Neoplasien. Noch mehr als bei jüngeren Patienten seien Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen. 

Die Diagnose sei bei älteren Patienten nicht einfach, da typische Symptome, die den Verdacht auf eine Tuberkulose lenken, häufig fehlten. Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Hämoptysen werden bei älteren Kranken viel seltener beobachtet als bei jüngeren, sagte Saltini. Oft wiesen nur ein diskreter Husten und Müdigkeit oder Abgeschlagenheit auf eine Tuberkulose hin. Im Röntgentho-raxbild zeige sich bei Älteren ähnlich wie auch bei Diabetikern häufig eine Beteiligung der unteren Lungenlappen, was zusätzlich die Differenzialdiagnostik erschweren könne. Ein tuberkulöser Pleuraerguss sei dagegen bei älteren Patienten sehr selten. Die antituberkulöse Therapie ist vor allem durch das Nebenwirkungspotenzial der Tuberkulostatika und potentielle Interaktionen mit der Komedikation erschwert.

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