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Innere Medizin 30. Juni 2005

Dem Menschen geht der Atem aus

Unter den zehn weltweit häufigsten Todesursachen sind vier Lungenerkrankungen: Pneumonie, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Tuberkulose und Lungenkrebs. Nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation WHO ist in nächster Zeit mit einer weiteren Zunahme der zuvor genannten Erkrankungen zu rechnen, so dass diese bis zum Jahre 2020 zu den sieben häufigsten Todesursachen gehören werden.

Die schwere Lungenentzündung ist bereits heute die weltweit am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit. Der Lungenkrebs ist nicht nur weltweit, sondern auch hierzulande zur häufigsten Tumorerkrankung geworden. Es sterben mehr Patienten an Lungenkrebs als an den drei nachfolgenden Tumorerkrankungen zusammen. Seit 30 Jahren wurde praktisch keine Verbesserung der Lebenserwartung erzielt. Der Hauptgrund liegt darin, dass die Diagnose meist zu spät gestellt wird. 

Jetzt gibt es eine verbesserte Screeningdiagnostik mit einer speziellen Art der Computertomographie, der "low dose CT". So könnten die Frühfälle rechtzeitig zur Therapie kommen, die 5-Jahres-Überlebensrate könnte beträchtlich verbessert werden.Die Prävalenz der COPD liegt in Europa zwischen fünf und elf Prozent. Schon heute steht die COPD auf Platz vier der Todesursachen in Europa, mit steigender Tendenz. 

Internationale Gesellschaften (WHO, NHLBI, ATS und ERS) haben sich zur GOLD Inititative (Global Initiative for obstructive lung disease) zusammengeschlossen und fordern die Frühdiagnostik mittels Spirometrie. Die Spirometrie sollte nach GOLD jedem (!!), der in Kontakt mit dem Gesundheitswesen tritt, angeboten werden. Die Spirometrie sollte einen Stellenwert vergleichbar dem Ruhe-EKG, der Blutzucker- oder der Blutdruckmessung haben.Bei jedem Arztbesuch oder Spitalsaufenthalt sollte eine Spirometrie durchgeführt werden - und jeder Mensch sollte seine Lungenfunktionswerte (FEV1, FVC) kennen. Das "Know Your numbers" Programm des NLHEP (National Lung Health Education Programm) zielt in diese Richtung. Und die Tuberkulose macht auch in unseren Breiten wieder von sich reden. 

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